Wie man Patient*innen dabei unterstützt, Gewicht zu verlieren und ihren Diabetes Typ 2 besser zu kontrollieren

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Leah Avery – Teesside Universität, Vereinigtes Königreich

Diabetes Typ 2 wurde früher als eine fortschreitende Erkrankung angesehen, die unweigerlich eine Insulintherapie erfordert. Die Forschung zur Änderung des Lebensstils stellt diese pessimistische Prognose jedoch infrage. Während die Prävalenz von Diabetes Typ 2 weiter zunimmt, gibt es auch immer mehr Belege für die wichtige Rolle der Ernährung und der Änderung unserer Essgewohnheiten, um die Krankheit erfolgreich zu bewältigen.

Ernährungsorientierte Ansätze können weitgehend in zwei Ansätze unterteilt werden. Diejenigen, die sich darauf konzentrieren, was wir essen (z.B. Kohlenhydrate), um den Stoffwechsel und die glykämische Kontrolle (d.h. Blutzuckerkontrolle) durch langsamen und stetigen Gewichtsverlust zu optimieren. Und andere, die sich auf die gegessene Menge konzentrieren, wie z.B. die kalorienarme Ernährung, die eine erhebliche Energieeinschränkung für eine schnelle Gewichtsabnahme beinhaltet.

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Vermittlung von Gesprächstechniken an Fachkräfte – das Healthy Conversation Skills Programm

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Von Wendy Lawrence, Universität Southampton

In der heutigen Gesellschaft werden die Hauptursachen für Tod und Krankheit massgeblich durch unseren Lebensstil beeinflusst und es gibt einen wachsenden Fokus darauf, wie Gesundheitsverhalten verbessert werden kann. Fachkräfte an der Front, insbesondere diejenigen, die im Gesundheits-, Sozial- und Gemeinschaftswesen arbeiten, sind eine sehr wichtige Ressource für die Unterstützung von Verhaltensänderungen. Routinetermine in der Vorsorge bieten eine gute Möglichkeit, Gespräche über Verhaltensänderungen zu initiieren. Viele Fachkräfte haben aber das Gefühl, dass ihnen das Wissen und die Fähigkeiten fehlen, die für die Unterstützung von Verhaltensänderungen notwendig sind. Dies kann das Selbstvertrauen verringern, in Gesprächen mit Klient*innen oder Patient*innen über potenziell sensible Themen wie Rauchen, Gewichtsabnahme oder Alkoholkonsum sprechen zu können.

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Essbar oder nicht essbar, das ist die Frage: Wie können Gesundheitspsychologinnen und Gesundheitspsychologen den Menschen in Bezug auf Lebensmittelsicherheit helfen?

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Von Barbara Mullan, Curtin Universität, Australien

Das Ausmass des Problems

Jedes Jahr erkrankt weltweit einer von 10 Menschen (ca. 600 Millionen Menschen) nach dem Verzehr verseuchter Lebensmittel und bis zu 420.000 Menschen sterben daran. Es gibt es grosse geographische Unterschiede darin, wo diese Fälle auftreten. Afrika, Südostasien und das östliche Mittelmeer weisen die höchste Belastung durch lebensmittelbedingte Krankheiten auf (weitere Einzelheiten über die Belastung durch lebensmittelbedingte Krankheiten nach Region finden Sie hier). Zusätzlich zu diesen geographischen Unterschieden gibt es auch grosse Unterschiede in der Art der Erreger, die für lebensmittelbedingte Krankheiten verantwortlich sind (z.B. Viren, Bakterien, Parasiten).

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Schwangeren Frauen helfen mit dem Rauchen aufzuhören: Austausch bewährter Praktiken aus Grossbritannien

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Von Felix Naughton, University of East Anglia, Vereinigtes Königreich

Zwischen 25-50% der Raucherinnen geben das Rauchen auf, nachdem sie bemerkt haben, dass sie schwanger sind. Aber warum rauchen die übrigen während ihrer Schwangerschaft weiter?

Wissen sie nicht, dass Rauchen während der Schwangerschaft schädlich ist? In der Regel wissen sie es. Eine unserer britischen Studien, an der sowohl motivierte als auch unmotivierte Schwangere teilnahmen, ergab, dass 99% der Aussage “Rauchen während der Schwangerschaft kann meinem Baby ernsthaften Schaden zufügen” bis zu einem gewissen Grad zustimmten. Etwa 75% stimmten dieser Aussage mit «sehr» oder «extrem» zu. Doch weniger als 10% von ihnen waren 12 Wochen später abstinent. Obwohl der Versuch, das Rauchen während der Schwangerschaft aufzugeben, bei denjenigen mit starkem “Schadensglauben” wahrscheinlicher ist, scheint er die Erfolgschancen nicht zu erhöhen.

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Verbesserung der Bereitstellung kurzer Alkoholberatungen in der Primärversorgung: Ansichten von beiden Seiten des Konsultationstisches

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Von Amy O’Donnell, Newcastle Universität, Vereinigtes Königreich

In einigen Teilen Europas ist der Alkoholkonsum in letzter Zeit zurückgegangen, insbesondere bei jungen Menschen. Übermässiger Alkoholkonsum ist jedoch nach wie vor ein wichtiger Risikofaktor für einen schlechten Gesundheitszustand und einen frühen Tod. Eine einfache, kurze Beratung für Personen, die als starke Trinker*innen identifiziert wurden, kann dazu beitragen, die Menge des Alkoholkonsums zu verringern. Insbesondere wenn sie von Personen der Primärversorgung, wie Allgemeinärzten und -ärztinnen oder Krankenpfleger*innen, durchgeführt wird. Bei der Alkoholkurzberatung handelt es sich um ein kurzes, evidenzbasiertes, strukturiertes Gespräch, das darauf abzielt eine Patientin oder einen Patienten zu motivieren und zu unterstützen eine Änderung des Trinkverhaltens in Erwägung zu ziehen, um ihr/sein Schadensrisiko zu verringern. Wir haben die Hauptbestandteile dieser Gespräche noch nicht vollständig identifiziert, aber besonders wirksam scheinen folgende Aspekte zu sein: persönliches Feedback bezüglich dem Alkoholkonsum einer Patientin oder eines Patienten geben und sie/ihn ermutigen den Alkoholkonsum selbst zu überwachen.

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Gesund bleiben beim zu Hause bleiben

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Von Dr. Federica Picariello und Professorin Rona Moss-Morris, King’s College London, Vereinigtes Königreich. 

Innerhalb von wenigen Wochen hat sich das alltägliche Leben weltweit dramatisch verändert und eine gewisse Unsicherheit hat unsere Zukunft im Zuge der COVID-19-Pandemie ergriffen. Über die unmittelbare und dringende Notwendigkeit hinaus, die Ausbreitung von COVID-19 durch rasche und weit verbreitete Verhaltensänderungen (d.h. Selbstisolierung, soziale Distanzierung und Quarantäne) zu verlangsamen, müssen die Auswirkungen auf das psychische und physische Wohlbefinden berücksichtigt werden, um ein frühzeitiges Eingreifen zu ermöglichen und die längerfristigen Folgen abzuschwächen.

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Wie lassen sich gesunde Verhaltensweisen langfristig aufrechterhalten?

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Von Dominika Kwasnicka, SWPS Universität, Polen und Melbourne Universität, Australien

Das ultimative Ziel von Gesundheitsförderungsprogrammen ist die Förderung langfristiger Veränderungen. Fachleute des Gesundheitswesens können dabei eine wichtige Rolle spielen und den Patientinnen und Patienten helfen, ihre Gesundheit zu verbessern und Verhaltensänderungen aufrechtzuerhalten. Wir wissen, dass eine Änderung des Gesundheitsverhaltens schwer zu initiieren ist, und dass es noch schwieriger sein kann sie langfristig aufrechtzuerhalten. Eine grosse Frage in der Gesundheitspsychologie ist warum die Aufrechterhaltung so schwierig ist.

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Hören Sie auf, ein Strauss zu sein! Die Vorteile der Unterstützung von Menschen bei der Überwachung ihrer Fortschritte

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Von Thomas L. Webb, Institut für Psychologie, Sheffield Universität, UK

Wie kommen Sie mit Ihrem Ziel voran, die Menge an Zucker zu reduzieren, die Sie essen, und 10 kg zu verlieren? Wahrscheinlich wissen Sie es nicht wirklich – oder wollen es gar nicht wissen. In solchen Situationen neigen Menschen dazu, sich wie ein Strauss zu verhalten und den Kopf in den Sand zu stecken. Dabei vermeiden oder lehnen sie absichtlich Informationen ab, die ihnen helfen würden ihren Zielfortschritt zu überwachen. Untersuchungen zu diesem “Straussenproblem” legen nahe, dass die Menschen ihre Fortschritte oft nicht verfolgen (z.B. auf die Waage stehen, die gekauften Lebensmitteletiketten lesen). Zum Teil deshalb, weil sie sich dabei schlecht fühlen können – vielleicht weil sie merken, dass sie mehr wiegen als erhofft und dass sie immer noch zu viel Zucker konsumieren. Die Theorie und Erkenntnisse legen jedoch nahe, dass das Verfolgen von Fortschritten Personen hilft Diskrepanzen zwischen ihrem gegenwärtigen und gewünschten Zustand zu erkennen, welche ein Handeln verlangen. Durch die Vermeidung von Überwachung ist es allerdings schwierig, den Handlungsbedarf sowie eine geeignete Herangehensweise zu erkennen. Das Straussenproblem stellt daher eine Gelegenheit für Fachleute des Gesundheitswesens (und andere) dar, Personen zu helfen ihre Fortschritte zu überwachen und die Vorteile, die sich daraus ergeben zu nutzen. Es überrascht vielleicht nicht, dass wir gute Beweise dafür gefunden haben, dass die Aufforderung zur Fortschrittüberwachung den Menschen hilft, ihre Ziele in vielen Bereichen zu erreichen.

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Erkenntnisse aus der Verhaltensforschung für die COVID-19 Pandemie

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Von Shane Timmons, Institut für Wirtschafts- und Sozialforschung, Irland

Regierungen weltweit setzen sich ein, um die Verbreitung des neuartigen Coronavirus zu kontrollieren, aber für ihren Erfolg wird das Verhalten der einzelnen Personen entscheidend sein. Wir – die Abteilung für Verhaltensforschung am Institut für Wirtschafts- und Sozialforschung in Dublin – arbeiten mit dem irischen Gesundheitsministerium zusammen, um ihre Reaktion auf die COVID-19 Pandemie zu mitzuprägen. Im Rahmen dieser Arbeit haben wir über 100 wissenschaftliche Arbeiten überprüft und haben begonnen Wege zu erproben, wie man am besten mit der Öffentlichkeit kommunizieren kann, mit relevanten Erkenntnissen für praktizierende Gesundheitspsychologinnen und Gesundheitspsychologen. In unserer Übersicht konzentrieren wir uns auf Literatur aus drei relevanten Bereichen, die die Grundlage für die öffentliche Gesundheitskommunikation in mehreren Ländern gebildet hat: Handhygiene, Gesichtsberührung und Isolation. Wir befassen uns auch mit breiter gefasster Literatur, zum Beispiel wie man in einer Krise hilfreiches Verhalten motivieren und effektiv kommunizieren kann. 

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Die Bedeutung der Erfassung von Bewältigungsstrategien von Klientinnen und Klienten

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Von Nadia Garnefski und Vivian Kraaij, Departement Klinische Psychologie, Leiden Universität, Niederlanden

“Rob hat gerade erfahren, dass er HIV hat (negatives Ereignis). Er glaubt, dass er selbst daran schuld ist (Selbstbeschuldigung) und vermeidet es, seine Freunde zu sehen (Rückzug). Die Situation macht ihn traurig. Wenn er zu Hause sitzt, kann er nicht aufhören über seine Gefühle nachzudenken (Grübeln) und glaubt, dass das, was ihm passiert ist eine totale Katastrophe ist (Katastrophisierung). Weil er sich traurig fühlt, hat er wenig Energie. Als Folge davon zieht er sich noch mehr zurück. Das macht ihn noch trauriger. Auf diese Weise wird Rob in eine Abwärtsspirale gezogen.”

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