Mehr Bewegung, weniger Sitzen am Arbeitsplatz: Lasst uns nicht im Sitzen darüber sprechen

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Von Stuart Biddle, University of Southern Queensland, Australien

 

Ich schreibe diesen Blog am Valentinstag! Die australische Organisation für Gesundheitsförderung, Bluearth, hat einige amüsante Videos produziert, welche Sie dazu ermutigen sollen, Ihren Stuhl weniger zu nutzen, indem Sie mit ihrem Stuhl “Schluss machen” (so wie man sich von seinem Partner oder seiner Partnerin trennt, siehe Videos hier). Was ist genau das Problem? Im Wesentlichen geht es darum, dass wir – durch die Veränderungen in der Art wie viele von uns arbeiten – zu viel sitzen, und dies hat sich für unsere Gesundheit als schlecht erwiesen. Zum Beispiel fahren viele Leute zur Arbeit, sitzen beinahe den ganzen Tag am Schreibtisch, fahren nach Hause und sitzen den größten Teil des Abends vor dem Fernseher oder Computer. Der Arbeitsplatz ist daher reif für eine Gesundheitsverhaltensveränderung. Aber wie können wir etwas verändern, das mit einer Gewohnheit wie dem Sitzen, starken sozialen Normen sowie einer Umgebungsgestaltung zu tun hat, die gleichzeitig weniger Bewegung und bequemes Sitzen unterstützt?

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Willenskraft gegen ungesunde Versuchungen – Spoiler Alert – normalerweise verliert die Willenskraft

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Von Amanda Rebar, Central Queensland University, Australien

Forschungsergebnisse, die zeigen, dass sich Menschen nicht immer so verhalten, wie es für ihre langfristige Gesundheit am besten wäre, überraschen nicht sonderlich. Zum Beispiel ist den meisten Menschen bewusst, dass Bewegung ihrer körperlichen und geistigen Gesundheit gut tut, aber vergleichsweise trainieren bedeutend weniger Menschen regelmässig. Wenn eine Person die Absicht hat, sich mehr körperlich zu betätigen, wird sie dies nur mit einer ca. 50% Wahrscheinlichkeit auch tatsächlich umsetzen. Das ist die gleiche Wahrscheinlichkeit wie bei einem Münzwurf! Haben Sie sich jemals überlegt, warum Menschen sich trotz bester Absichten ungesundem Verhalten hingeben? Es gibt eine Bewegung, die in der Gesundheitspsychologie stetig an Glaubwürdigkeit und Beliebtheit gewinnt, die beschreibt, wie das Verhalten von Menschen durch zwei Systeme beeinflusst wird. Diese dualen Prozessmodelle bieten einen erfrischenden Ansatz, wie man Menschen helfen kann, einen gesunden Lebensstil zu führen, ohne dass ein ständiger Kampf zwischen Willenskraft und ungesunder Versuchungen ausgetragen werden muss.

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Planung von theorie- und evidenzbasierten Interventionen zur Verhaltensänderung: Intervention Mapping

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Von Gerjo Kok, Universität Maastricht, Niederlande; Universität Texas in Houston, USA

Es gibt derzeit eine breite Auswahl an Kampagnen und Interventionen zur Verbesserung der öffentlichen Gesundheit und zur Änderung von Gesundheitsverhalten, aber viele davon sind nicht “theorie- und evidenzbasiert”. Dieser Beitrag wird kurz die Prozesse beschreiben, die Gesundheitspsychologen und Gesundheitspsychologinnen bei der Entwicklung von Interventionen vornehmen, und hervorheben, wie diese sich von ähnlichen, anderweitig durchgeführten Prozessen unterscheiden (und diese verbessern).

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Soziale Unterstützung und Gesundheitsverhalten: Wie man sich von gut gemeinter zu qualifizierter Unterstützung bewegt

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Urte Scholz, University of Zurich & Gertraud (Turu) Stadler, University of Aberdeen

Soziale Unterstützung scheint ausschliesslich positiv zu sein. Was kann denn auch an ein wenig Hilfe schlecht sein? Jemanden zu haben, der gesunde Mahlzeiten kocht, wenn man versucht, sich gesünder zu ernähren oder von jemandem getröstet zu werden, wenn man traurig ist, weil der letzte Versuch, mit dem Rauchen aufzuhören, nicht so gut lief? Diese Szenarien geben uns bereits das Gefühl, dass die guten Absichten, jemanden zu unterstützen, nicht ausreichen könnten. Eine Partnerin, die gesunde Mahlzeiten für Sie oder Ihre Schwester kocht und die Sie mit Diät-Tipps überschüttet, könnte Ihnen auch das Gefühl geben, dass sie besser als Sie selbst wissen, was gut für Sie ist. Haben Sie sie um Hilfe gebeten? Vertrauen ihre Angehörigen nicht darauf, dass Sie sich selber gesund ernähren können? Ist also Unterstützung für die Verhaltensänderung einer Person immer eine gute Sache? Dieser Text soll Praktikern und Praktikerinnen helfen, ihre Klienten/Klientinnen darin zu beraten, wie diese eine nützliche soziale Unterstützung anstreben können. Beginnen wir mit der Definition, was soziale Unterstützung ist und was nicht.

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„Sehr kurze“ Interventionen zur Verhaltensänderung in Gesundheitseinrichtungen

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Von Stephen Sutton, University of Cambridge, England

Umfangreiche Probleme erfordern auch umfangreiche Lösungen. Die Bewältigung der sogenannten “Big 4” der gesundheitsschädigenden Verhaltensweisen (körperliche Inaktivität, Tabakkonsum, übermässiges Essverhalten und exzessiver Alkoholkonsum) erfordert durchführbare Interventionen, die eine grosse Anzahl an Personen erreichen können, um bedeutsame Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit zu erzielen. Ein vielversprechender Ansatz besteht darin, kurze Interventionen von Praktizierenden des Gesundheitswesens anzuwenden. Im Vereinigten Königreich England beispielsweise wird vom National Institute für Gesundheit und Pflegeexcellence empfohlen, dass Hausärzte und -ärztinnen eine massgeschneiderte “kurze” Beratung für körperliche Aktivität an inaktive Erwachsene anbieten und dass sie diese während den folgenden Arztterminen verfolgen.

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Gesundheitspsychologie in der täglichen Praxis

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Karen Morgan, Perdana University Royal College of Surgeons in Ireland Medical School, Kuala Lumpur, Malaysia and Robbert Sanderman, University of Groningen and Health and Technology University of Twente, The Netherlands.

Was ist der Nutzen der Gesundheitspsychologie?

Gesundheitspsychologie ist eine junge, dynamische und schnell wachsende Disziplin der Psychologie. Gesundheitspsychologen und –psychologinnen konzentrieren sich in ihrer Arbeit auf die folgenden Anwendungen psychologischer Theorien und Forschung:

  • Die Förderung und Erhaltung von Gesundheit sowie Verhinderung von Krankheit
  • Das Verständnis, wie Menschen auf Krankheiten reagieren, diese bewältigen und sich davon erholen können
  • Die Personalisierung von Behandlungen und Interventionen
  • Die Weiterentwicklung von bestehenden Gesundheitssystemen und der Gesundheitspolitik

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Nutzen Sie ihre Vorstellungskraft: Die Nutzung der Kraft von mentalen Bildern bei der Gesundheitsverhaltensänderung

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Martin S. Hagger, Curtin University, Australia und University of Jyväskylä, Finland und Dominic Conroy, Birkbeck University of London, UK

 

Was ist die mentale Vorstellung?

Menschen können sich meistens ziemlich gut Dinge vorstellen. Beispielsweise spielen sie oft zukünftige Handlungen oder Szenarien in ihren Gedanken durch oder tagträumen über fantasiereiche Möglichkeiten. Diese imaginierten Situationen sind oft unstrukturiert und erfolgen ohne konkreten Auslöser. Psychologen haben nun untersucht, ob es möglich ist, diese Vorstellungsfähigkeit zu nutzen, um Personen in ihrer Fähigkeit ihre gewünschten Ziele zu erreichen, zu stärken.

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Die Macht der Planung

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Peter M. Gollwitzer, New York University

Jeder hat schlechte Gewohnheiten. Man isst einen Snack wenn man gestresst ist oder man trinkt zu viel Alkohol, wenn man mit Freunden entspannt. Man setzt sich selbst unnötig unter Stress, in dem man sich von sozialen Medien von dringenden Projektarbeiten abbringen lässt, oder in dem man sich in unnötige Diskussionen mit Kollegen/Kolleginnen, Freunden/Freundinnen und Familie verwickeln lässt. Wie kann man diese schlechten Gewohnheiten ändern?

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Fear is a bad counsellor

Angst ist ein schlechter Ratgeber

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Dr. Gjalt-Jorn Peters, Open University, Niederlande

Furcht-Appelle sind eine häufig verwendete Strategie, um Verhalten zu verändern. Beispiele dafür sind die bedrohenden und furchterregenden Bilder und Nachrichten, die auf Tabakverpackungen präsent sind. Aber auch Kampagnen, die den Einsatz von Sicherheitsgurten fördern oder den (schädlichen) Substanzgebrauch reduzieren wollen, verwenden furchterregende Nachrichten. Trotz der Beliebtheit und der weit verbreiteten Verwendung dieser angsteinflössenden Methoden deutet die Forschung darauf hin, dass sie nicht unbedingt der beste Weg sind, Verhalten zu verändern oder ein Bewusstsein für das schädliche Verhalten zu wecken.

Wie ist das möglich? Sollten Individuen nicht etwa Angst vor Dingen haben, die ihrer Gesundheit schaden könnten? Sicherlich würde niemand, der die Risiken für ein schädliches Verhalten kennt, rauchen oder ohne Sicherheitsgurt fahren oder sogar Methamphetamine einnehmen, richtig? Nicht ganz…

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E-health: Zwischen Hype und Hoffnung

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Rik Crutzen, Maastricht University, The Netherlands

 

 

Heutzutage benutzt fast jede*r ständig das Internet für diverse Aktivitäten: vom Lebensmitteleinkauf bis hin zum Versenden eines lustigen Katzenbildes an Freunde am anderen Ende der Welt. Alles ist möglich. Zusätzlich wird das Internet immer häufiger für  Gesundheitsthemen genutzt – das nennt sich dann E-health.

 

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