Weniger sitzen: Kleine Veränderungen, die einen großen Unterschied machen

Von Zofia Szczuka, SWPS Universität, Polen & Deakin Universität, Australien

Ruhendes Verhalten: mehr als nur mangelnde Bewegung

Die gesundheitlichen Vorteile von körperlicher Aktivität sind allgemein bekannt. Aber schenken wir dem sogenannten „ruhenden Verhalten“ ebenso viel Aufmerksamkeit?

Ruhendes Verhalten beinhaltet alle Aktivitäten, die wir tagsüber im Sitzen oder Liegen ausführen und bei denen unser Körper nur sehr wenig Energie verbraucht. Wichtig ist, dass ruhendes Verhalten NICHT dasselbe ist wie geringe körperliche Aktivität. Sie können jeden Morgen 30 Minuten joggen gehen und trotzdem den Rest des Tages stundenlang sitzen – am Arbeitsplatz oder zu Hause. Das nennt man den „aktiven Faulen“: regelmäßige Bewegung, aber trotzdem viel Sitzen. Die Reduzierung von ruhendem Verhalten und die Steigerung der körperlichen Aktivität sind komplementäre Ziele in den aktuellen Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

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Unterstützung von Gesundheitsfachkräften im Umgang mit Impfzögerlichkeit

Von Dawn Holford, University of Bristol, UK, Linda Karlsson, University of Turku, Finland, Frederike Taubert, Erfurt University, Germany, Emma C. Anderson, University of Bristol, UK, Virginia C. Gould, University of Bristol, UK

Fehlvorstellungen über Impfungen richtigstellen

Impfungen gehören zu den erfolgreichsten Instrumenten der öffentlichen Gesundheitsvorsorge – Schätzungen zufolge retten sie jede Minute sechs Menschenleben. Aber Impfungen stoßen auch auf öffentlichen Widerstand: Anhaltende Desinformation untergräbt das Vertrauen der Bevölkerung in Impfungen und stellt für Gesundheitsfachkräfte mit Aufgaben im Impfbereich eine große Herausforderung dar. Wie können sie mit der Flut falscher Erzählungen über Impfungen Schritt halten? Und was können sie Patientinnen und Patienten sagen, die diese Narrative als Grund anführen, sich selbst oder ihre Kinder nicht impfen zu lassen?

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Altern neu denken um aktiv und gesund zu bleiben

Von Aïna Chalabaev, Universität Grenoble, Frankreich

Wie in einem früheren Blogbeitrag dargestellt, sind die positiven Auswirkungen regelmäßiger körperlicher Aktivität auf die Gesundheit von Menschen ab 65 Jahren allgemein anerkannt. Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es klare Richtlinien, welche Menge und Art von Aktivitäten mit gesundheitlichen Vorteilen verbunden sind. Dennoch gehören ältere Menschen weltweit nach wie vor zu den inaktivsten Bevölkerungsgruppen.

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MyLifeTool: Ein personenzentrierter, ganzheitlicher Ansatz für das Selbstmanagement von Langzeiterkrankungen

Von Dr. Stephanie Kılınç, Teesside University, UK und Jo Cole, The Tees Valley, Durham and North Yorkshire Neurological Alliance, UK

Langzeiterkrankungen stellen für die globalen Gesundheitssysteme angesichts ihrer hohen Prävalenz und Krankheitslast, einschliesslich ihres erheblichen Einflusses auf die verlorenen gesunden Lebensjahre (DALYs), eine grosse Herausforderung dar. Sie beeinträchtigen zudem die gesundheitsbezogene Lebensqualität erheblich und gehen mit höheren Raten von Angststörungen und Depressionen einher als in der Allgemeinbevölkerung.

MyLifeTool ist ein Selbstmanagement-Instrument für Menschen, die mit einer beliebigen Langzeiterkrankung leben (z. B. Diabetes, Multiple Sklerose, chronische Schmerzen, Asthma, Angststörungen, neurologische Entwicklungsstörungen, erworbene Hirnverletzungen, Fibromyalgie). Es wurde in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit Betroffenen, Mitgliedern von Neuro Key und Psycholog*innen der Teesside University entwickelt. Es basiert auf unserem Selbstmanagement-Rahmenkonzept, das einen personenzentrierten, nicht-instruktiven Ansatz verfolgt. Menschen mit Langzeiterkrankungen standen im Mittelpunkt des Projekts; sie haben massgeblich darüber entschieden, was aus MyLifeTool werden sollte, und so beispielsweise auch den Namen gewählt. (more…)

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Sicher im und ums Wasser: Ertrinkungsprävention auf allen Ebenen neu denken

Von Kyra Hamilton, Griffith University, Australien und Amy Peden, University of New South Wales, Australien

In vielen Ländern ist Ertrinken eine führende, aber grösstenteils vermeidbare Todes- und Verletzungsursache, die nach wie vor zu wenig Beachtung findet. Ein weit verbreiteter Mythos ist, dass Ertrinken immer tödlich endet. Die Definition des Ertrinkens wurde überarbeitet, um klarzustellen, dass Ertrinken ein Prozess und kein Ergebnis ist. Die Folgen des Ertrinkens können der Tod (tödliches Ertrinken) oder das Überleben mit oder ohne bleibende Schäden sein, wie
z. B. Zerebralparese und andere neurologische Störungen, die durch Sauerstoffmangel im Gehirn verursacht werden (nicht-tödliches Ertrinken). Begriffe wie „trockenes Ertrinken“, „sekundäres Ertrinken“ oder „Beinahe-Ertrinken“ werden oft in den Medien verwendet, sind aber veraltet und sind medizinisch ungenau. Es ist an der Zeit, diese Begriffe nicht mehr zu verwenden. (more…)

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Alte Gewohnheiten sterben schwer: Unerwünschtes Gewohnheitsverhalten durchbrechen

Von Annabel Stone und Phillippa Lally, University of Surrey, UK

Das neue Jahr ist oft eine Zeit des Wandels – eine Zeit, in der wir entschlossen sind, neue Gewohnheiten zu etablieren und unsere schlechten Angewohnheiten hinter uns zu lassen, sobald die Uhr Mitternacht schlägt. Wir holen unsere Laufschuhe hervor, füllen unsere Einkaufswagen mit frischem Obst und Gemüse … Wer hat nicht schon einmal gedacht: Neues Jahr, neues Ich? Doch einen Monat später – warum haben unsere Laufschuhe erst zweimal das Tageslicht gesehen, und warum beginnt das frische Obst zu schimmeln? Es scheint, als hätten uns unsere schlechten Gewohnheiten ins neue Jahr begleitet. (more…)

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Jede Gesundheitsberatung zählt: Förderung körperlicher Aktivität im Gesundheitswesen

Von Amanda Daley, Loughborough University, UK

Im Vereinigten Königreich und Irland verfolgt die Initiative „Making Every Contact Count“ das Ziel, die tausenden täglichen Beratungsgespräche zwischen Gesundheitsfachkräften und Patienten*innen zu nutzen, um gesunde Verhaltensänderungen zu fördern. Konkret zielt Making Every Contact Count darauf ab, Fachkräfte im Gesundheitswesen zu befähigen und zu ermutigen, natürlich entstehende Gelegenheiten in der Routinepraxis zu nutzen, um kurze Interventionen zur Verhaltensänderung durchzuführen. Der Erfolg von Ansätzen wie Making Every Contact Count hängt davon ab, dass Gesundheitsfachkräfte bereit sind, diese Gespräche in ihren Beratungsgesprächen tagtäglich zu führen. Making Every Contact Count richtet sich an alle – es ist nicht auf bestimmte Berufsgruppen, Gesundheitsdienste oder Patientengruppen beschränkt. Gerade deshalb kann Making Every Contact Count dazu beitragen, gesundheitliche Ungleichheiten zu verringern, da es auf einem inklusiven Ansatz basiert, bei dem alle Patienten*innen diese Unterstützung im Rahmen ihrer Beratungsgespräche erhalten. (more…)

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What if it comes back? The question that is on the minds of those who experienced cancer treatment and their loved ones

By Gozde Ozakinci, University of Stirling 

Cancer is very much associated with scary statistics. For instance, like the one ‘1 in 2 people will develop some form of cancer in their lifetime’.  But there are encouraging developments too that suggests that cancer survival rates are improving.  The last count in 2018 suggests that there are nearly 44 million people who survived the cancer diagnosis and treatment in the world. This is welcome news to those who have experienced cancer diagnosis and treatment. 

The improvement in survival rates also means that more and more people live with the consequences of cancer treatment. One of these consequences is experiencing fears about cancer coming back. In the literature, it is defined as “fear, worry, or concern relating to the possibility that cancer will come back or progress” and recognised widely as one of the most significant issues that impact on the quality of life of those living after a cancer diagnosis.  (more…)

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Verstehen, was Organspenden beeinflusst

Von Dr. Lee Shepherd, Northumbria University, GB und Professor Ronan E. O’Carroll, University of Stirling, GB und Professor Eamonn Ferguson, University of Nottingham, GB

Es gibt zahlreiche Geschichten darüber, wie die Transplantation von Organen verstorbener Menschen das Leben anderer Menschen gerettet hat. Tatsächlich kann jede*r verstorbene Organspender*in das Leben von bis zu neun Menschen verändern. Es stehen jedoch zu wenige Organe für die Transplantation zur Verfügung. Dieser Mangel führt zu langen Wartelisten und dazu, dass Menschen sterben, bevor sie ein Organ erhalten. Aus diesem Grund ist es wichtig zu verstehen, welche Faktoren die Wahrscheinlichkeit beeinflussen, dass jemand seine Organe spendet, wenn er*sie stirbt.

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“Lust auf einen kleinen Spaziergang?” – Dyadische Unterstützung beim Gehen nach einem Schlaganfall

Von Stephan Dombrowski, University of New Brunswick, Kanada

Dem Tod davonlaufen

Das Gehen ist eine der grundlegendsten Formen der menschlichen Bewegung und hat eine Fülle von gesundheitlichen Vorteilen. Forschung zeigt, dass Menschen, die mehr zu Fuß gehen, seltener vorzeitig sterben. Dies deutet wiederum darauf hin, dass es möglich ist, dem Tod (zumindest für eine Weile) davonzulaufen.

Gehen und Schlaganfall

Gehen als eine Form der körperlichen Aktivität ist besonders hilfreich für Menschen nach einem Schlaganfall, einer der häufigsten Ursachen für Einschränkungen im Erwachsenenalter. Regelmäßige körperliche Aktivität nach einem Schlaganfall kann das Risiko eines erneuten Schlaganfalls verringern, die Genesung unterstützen und die allgemeine Funktionsfähigkeit, Gesundheit und das Wohlbefinden verbessern. Dennoch verbringen Menschen nach einem Schlaganfall etwa 75 % ihrer wachen Zeit im Sitzen, was mehr ist als bei gleichaltrigen gesunden Personen. Dabei ist Gehen eine der am leichtesten erreichbaren Formen von körperlicher Aktivität nach einem Schlaganfall. Tatsächlich können 95 % der Betroffenen 11 Wochen nach dem Schlaganfall wieder gehen. Gehen wird von Menschen mit Schlaganfall oft als körperlichen Betätigung bevorzugt, da es als zugänglich, angenehm und oft auch gesellig empfunden wird. Die entscheidende Frage lautet: Wie kann man Menschen nach einem Schlaganfall dabei unterstützen, mehr zu gehen?

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