Essbar oder nicht essbar, das ist die Frage: Wie können Gesundheitspsychologinnen und Gesundheitspsychologen den Menschen in Bezug auf Lebensmittelsicherheit helfen?

Von Barbara Mullan, Curtin Universität, Australien

Das Ausmass des Problems

Jedes Jahr erkrankt weltweit einer von 10 Menschen (ca. 600 Millionen Menschen) nach dem Verzehr verseuchter Lebensmittel und bis zu 420.000 Menschen sterben daran. Es gibt es grosse geographische Unterschiede darin, wo diese Fälle auftreten. Afrika, Südostasien und das östliche Mittelmeer weisen die höchste Belastung durch lebensmittelbedingte Krankheiten auf (weitere Einzelheiten über die Belastung durch lebensmittelbedingte Krankheiten nach Region finden Sie hier). Zusätzlich zu diesen geographischen Unterschieden gibt es auch grosse Unterschiede in der Art der Erreger, die für lebensmittelbedingte Krankheiten verantwortlich sind (z.B. Viren, Bakterien, Parasiten).

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Schwangeren Frauen helfen mit dem Rauchen aufzuhören: Austausch bewährter Praktiken aus Grossbritannien

Von Felix Naughton, University of East Anglia, Vereinigtes Königreich

Zwischen 25-50% der Raucherinnen geben das Rauchen auf, nachdem sie bemerkt haben, dass sie schwanger sind. Aber warum rauchen die übrigen während ihrer Schwangerschaft weiter?

Wissen sie nicht, dass Rauchen während der Schwangerschaft schädlich ist? In der Regel wissen sie es. Eine unserer britischen Studien, an der sowohl motivierte als auch unmotivierte Schwangere teilnahmen, ergab, dass 99% der Aussage “Rauchen während der Schwangerschaft kann meinem Baby ernsthaften Schaden zufügen” bis zu einem gewissen Grad zustimmten. Etwa 75% stimmten dieser Aussage mit «sehr» oder «extrem» zu. Doch weniger als 10% von ihnen waren 12 Wochen später abstinent. Obwohl der Versuch, das Rauchen während der Schwangerschaft aufzugeben, bei denjenigen mit starkem “Schadensglauben” wahrscheinlicher ist, scheint er die Erfolgschancen nicht zu erhöhen.

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Verbesserung der Bereitstellung kurzer Alkoholberatungen in der Primärversorgung: Ansichten von beiden Seiten des Konsultationstisches

Von Amy O’Donnell, Newcastle Universität, Vereinigtes Königreich

In einigen Teilen Europas ist der Alkoholkonsum in letzter Zeit zurückgegangen, insbesondere bei jungen Menschen. Übermässiger Alkoholkonsum ist jedoch nach wie vor ein wichtiger Risikofaktor für einen schlechten Gesundheitszustand und einen frühen Tod. Eine einfache, kurze Beratung für Personen, die als starke Trinker*innen identifiziert wurden, kann dazu beitragen, die Menge des Alkoholkonsums zu verringern. Insbesondere wenn sie von Personen der Primärversorgung, wie Allgemeinärzten und -ärztinnen oder Krankenpfleger*innen, durchgeführt wird. Bei der Alkoholkurzberatung handelt es sich um ein kurzes, evidenzbasiertes, strukturiertes Gespräch, das darauf abzielt eine Patientin oder einen Patienten zu motivieren und zu unterstützen eine Änderung des Trinkverhaltens in Erwägung zu ziehen, um ihr/sein Schadensrisiko zu verringern. Wir haben die Hauptbestandteile dieser Gespräche noch nicht vollständig identifiziert, aber besonders wirksam scheinen folgende Aspekte zu sein: persönliches Feedback bezüglich dem Alkoholkonsum einer Patientin oder eines Patienten geben und sie/ihn ermutigen den Alkoholkonsum selbst zu überwachen.

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Gesund bleiben beim zu Hause bleiben

Von Dr. Federica Picariello und Professorin Rona Moss-Morris, King’s College London, Vereinigtes Königreich. 

Innerhalb von wenigen Wochen hat sich das alltägliche Leben weltweit dramatisch verändert und eine gewisse Unsicherheit hat unsere Zukunft im Zuge der COVID-19-Pandemie ergriffen. Über die unmittelbare und dringende Notwendigkeit hinaus, die Ausbreitung von COVID-19 durch rasche und weit verbreitete Verhaltensänderungen (d.h. Selbstisolierung, soziale Distanzierung und Quarantäne) zu verlangsamen, müssen die Auswirkungen auf das psychische und physische Wohlbefinden berücksichtigt werden, um ein frühzeitiges Eingreifen zu ermöglichen und die längerfristigen Folgen abzuschwächen.

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Wie lassen sich gesunde Verhaltensweisen langfristig aufrechterhalten?

Von Dominika Kwasnicka, SWPS Universität, Polen und Melbourne Universität, Australien

Das ultimative Ziel von Gesundheitsförderungsprogrammen ist die Förderung langfristiger Veränderungen. Fachleute des Gesundheitswesens können dabei eine wichtige Rolle spielen und den Patientinnen und Patienten helfen, ihre Gesundheit zu verbessern und Verhaltensänderungen aufrechtzuerhalten. Wir wissen, dass eine Änderung des Gesundheitsverhaltens schwer zu initiieren ist, und dass es noch schwieriger sein kann sie langfristig aufrechtzuerhalten. Eine grosse Frage in der Gesundheitspsychologie ist warum die Aufrechterhaltung so schwierig ist.

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Hören Sie auf, ein Strauss zu sein! Die Vorteile der Unterstützung von Menschen bei der Überwachung ihrer Fortschritte

Von Thomas L. Webb, Institut für Psychologie, Sheffield Universität, UK

Wie kommen Sie mit Ihrem Ziel voran, die Menge an Zucker zu reduzieren, die Sie essen, und 10 kg zu verlieren? Wahrscheinlich wissen Sie es nicht wirklich – oder wollen es gar nicht wissen. In solchen Situationen neigen Menschen dazu, sich wie ein Strauss zu verhalten und den Kopf in den Sand zu stecken. Dabei vermeiden oder lehnen sie absichtlich Informationen ab, die ihnen helfen würden ihren Zielfortschritt zu überwachen. Untersuchungen zu diesem “Straussenproblem” legen nahe, dass die Menschen ihre Fortschritte oft nicht verfolgen (z.B. auf die Waage stehen, die gekauften Lebensmitteletiketten lesen). Zum Teil deshalb, weil sie sich dabei schlecht fühlen können – vielleicht weil sie merken, dass sie mehr wiegen als erhofft und dass sie immer noch zu viel Zucker konsumieren. Die Theorie und Erkenntnisse legen jedoch nahe, dass das Verfolgen von Fortschritten Personen hilft Diskrepanzen zwischen ihrem gegenwärtigen und gewünschten Zustand zu erkennen, welche ein Handeln verlangen. Durch die Vermeidung von Überwachung ist es allerdings schwierig, den Handlungsbedarf sowie eine geeignete Herangehensweise zu erkennen. Das Straussenproblem stellt daher eine Gelegenheit für Fachleute des Gesundheitswesens (und andere) dar, Personen zu helfen ihre Fortschritte zu überwachen und die Vorteile, die sich daraus ergeben zu nutzen. Es überrascht vielleicht nicht, dass wir gute Beweise dafür gefunden haben, dass die Aufforderung zur Fortschrittüberwachung den Menschen hilft, ihre Ziele in vielen Bereichen zu erreichen.

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Erkenntnisse aus der Verhaltensforschung für die COVID-19 Pandemie

Von Shane Timmons, Institut für Wirtschafts- und Sozialforschung, Irland

Regierungen weltweit setzen sich ein, um die Verbreitung des neuartigen Coronavirus zu kontrollieren, aber für ihren Erfolg wird das Verhalten der einzelnen Personen entscheidend sein. Wir – die Abteilung für Verhaltensforschung am Institut für Wirtschafts- und Sozialforschung in Dublin – arbeiten mit dem irischen Gesundheitsministerium zusammen, um ihre Reaktion auf die COVID-19 Pandemie zu mitzuprägen. Im Rahmen dieser Arbeit haben wir über 100 wissenschaftliche Arbeiten überprüft und haben begonnen Wege zu erproben, wie man am besten mit der Öffentlichkeit kommunizieren kann, mit relevanten Erkenntnissen für praktizierende Gesundheitspsychologinnen und Gesundheitspsychologen. In unserer Übersicht konzentrieren wir uns auf Literatur aus drei relevanten Bereichen, die die Grundlage für die öffentliche Gesundheitskommunikation in mehreren Ländern gebildet hat: Handhygiene, Gesichtsberührung und Isolation. Wir befassen uns auch mit breiter gefasster Literatur, zum Beispiel wie man in einer Krise hilfreiches Verhalten motivieren und effektiv kommunizieren kann. 

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The importance of assessing clients’ coping strategies

By Nadia Garnefski and Vivian Kraaij, Department of Clinical Psychology, Leiden University, The Netherlands

Rob has just heard that he has HIV (negative event). He thinks that he is the one to blame for this (self-blame) and he avoids seeing his friends (withdrawal). The situation makes him sad. When sitting at home, he cannot stop thinking about his feelings (rumination) and believes that what has happened to him is a complete disaster (catastrophizing). Because he feels sad, he has little energy. As a result, he withdraws even more. This makes him even sadder. In this way, Rob is drawn into a downward spiral.

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Sind Ihre Klientinnen und Klienten defensiv? Wenn ja, könnte Selbstbestätigung helfen.

Peter Harris und Ian Hadden, The Self-Affirmation Research Group, School of Psychology, University of Sussex, UK

Waren Sie jemals zögerlich sich einer Sache zu stellen, die Sie lieber ignorieren würden? Vielleicht Ihre Vorlieben für etwas, das schlecht ist für Sie, wie zu oft zu essen oder auch die Tendenz Gesundheits-Checks zu vermeiden? Nun, Sie sind nicht allein. Die meisten von uns denken, dass wir im Allgemeinen sehr vernünftige und kompetente Personen sind. Es kann also eine ziemliche Herausforderung sein, wenn uns jemand sagt, dass etwas, was wir tun nicht wirklich sinnvoll oder kompetent ist. Infolgedessen können wir ziemlich geschickt darin sein, Botschaften zu widerstehen, die wir lieber nicht hören wollen.

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Dein besseres Selbst werden als Grund für Verhaltensänderung

Von Winifred Gebhardt, Universität Leiden, Niederlande

Vor neun Jahren wurde ich über Nacht zum Vegetarier. In einem Roman, den ich las, erklärte die Hauptfigur, dass sie nichts essen könne “in dem einmal ein Herz geschlagen hatte”. Wie ein Blitz drangen diese Worte in mein Bewusstsein. Ich erkannte, dass dies genau das war, was ich fühlte. Ich habe sofort aufgehört, Fleisch und Fisch zu essen und ich hatte seitdem keine Probleme, mich an diese neue Ernährung zu halten. Das neue Verhalten passte perfekt zum “Menschen, der ich bin”. 

Umgekehrt bin ich in der Vergangenheit regelmässig gejoggt und konnte leicht sieben Kilometer laufen. Ich habe mich jedoch nie als “sportliche Person” betrachtet und wenn ein Hindernis wie z.B. eine Krankheit auftrat, bin ich in eine Couchpotato zurückgefallen. Ich versuche jetzt nicht mehr “sportlich” zu sein, aber ich versuche tagsüber wann immer möglich zu gehen. Ich betrachte mich als “aktive Person”.

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