{"id":807,"date":"2018-01-07T20:10:20","date_gmt":"2018-01-07T20:10:20","guid":{"rendered":"http:\/\/practicalhealthpsychology.com\/?p=807"},"modified":"2025-11-04T14:41:48","modified_gmt":"2025-11-04T14:41:48","slug":"social-support-and-health-behavior-how-to-move-from-well-intentioned-to-skilled-support","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/2018\/01\/social-support-and-health-behavior-how-to-move-from-well-intentioned-to-skilled-support\/","title":{"rendered":"<strong>Soziale Unterst\u00fctzung und Gesundheitsverhalten: Wie gut gemeinte Unterst\u00fctzung zu kompetenter Unterst\u00fctzung werden kann.<\/strong>"},"content":{"rendered":"<p><strong>Von Urte Scholz, Universit\u00e4t Z\u00fcrich und Gertraud (Turu) Stadler, University of Aberdeen<\/strong><\/p>\n<p>Soziale Unterst\u00fctzung scheint ausschlie\u00dflich positiv zu sein. Was k\u00f6nnte schlecht an etwas Hilfe sein? Jemanden zu haben, der gesunde Mahlzeiten kocht, wenn man versucht, sich ges\u00fcnder zu ern\u00e4hren, oder getr\u00f6stet zu werden, wenn man sich niedergeschlagen f\u00fchlt, weil der letzte Versuch, mit dem Rauchen aufzuh\u00f6ren, nicht so gut geklappt hat? Diese Szenarien lassen uns bereits erahnen, dass guten Absichten, jemanden zu unterst\u00fctzen, m\u00f6glicherweise nicht ausreichen. Ihr Partner \/ Ihre Partnerin, der\/die f\u00fcr Sie gesunde Mahlzeiten kocht, oder Ihre Schwester, die Sie mit Di\u00e4t-Tipps \u00fcberh\u00e4uft, k\u00f6nnen Ihnen auch das Gef\u00fchl geben, dass diese Personen besser als Sie wissen, was gut f\u00fcr Sie ist. Haben Sie um Unterst\u00fctzung gebeten? Trauen diese Personen Ihnen eventuell nicht zu, dass Sie sich selbst gesund ern\u00e4hren k\u00f6nnen? Ist soziale Unterst\u00fctzung bei der Verhaltens\u00e4nderung also wirklich immer eine gute Sache? Dieser Text soll Praktiker\/ innen dabei helfen, ihre Klient\/ innen zu beraten, wie hilfreiche soziale Unterst\u00fctzung zustande kommen kann. Daf\u00fcr definieren wir erst einmal, was soziale Unterst\u00fctzung ist und was sie nicht ist.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Was ist soziale Unterst\u00fctzung?<\/strong><\/p>\n<p>Unter sozialer Unterst\u00fctzung wird die Hilfe einer Person verstanden, die sie jemandem bietet, der mit einem Problem oder einer Herausforderung konfrontiert ist, wie z.B. dem Versuch, sich ges\u00fcnder zu ern\u00e4hren. Die Unterst\u00fctzung zielt darauf ab, das Problem zu l\u00f6sen oder zumindest den mit dem Problem verbundenen Stress abzubauen. Es gibt drei \u00fcbliche Wege de<\/p>\n<p><strong>Was ist soziale Unterst\u00fctzung?<\/strong><\/p>\n<p>Soziale Unterst\u00fctzung ist die Hilfe einer Person f\u00fcr jemanden, der\/ die mit einem Problem oder einer Herausforderung konfrontiert ist, beispielsweise dem Versuch, sich ges\u00fcnder zu ern\u00e4hren. Die Unterst\u00fctzung zielt darauf ab, das Problem zu l\u00f6sen oder zumindest den mit dem Problem verbundenen Stress zu lindern. Es gibt drei g\u00e4ngige Funktionen der Unterst\u00fctzung, die oft ineinander \u00fcbergehen: Eine Funktion ist die <strong>emotionale Unterst\u00fctzung<\/strong>, die z.B. darin bestehen kann, eine Person, die wegen Schwierigkeiten mit der Ern\u00e4hrungsumstellung gestresst ist, zu tr\u00f6sten und ihr das Gef\u00fchl zu geben, geliebt, verstanden und umsorgt zu werden. Die zweite Funktion ist die <strong>instrumentelle Unterst\u00fctzung<\/strong>. Darunter versteht man die Durchf\u00fchrung einer konkreten Unterst\u00fctzungshandlung, wie z.B. das Kaufen gesunder Lebensmittel. Die dritte Funktion ist die <strong>informationelle Unterst\u00fctzung. <\/strong>Die z.B. darin besteht, Tipps zu geben, wie man mehr Gem\u00fcse essen kann. Unterst\u00fctzung kann zwar theoretisch von jeder anderen Person kommen, jedoch haben Studien gezeigt, dass Unterst\u00fctzung am h\u00e4ufigsten von nahestehenden Personen kommt, wie z. B. von romantischen Partner\/ innen, der Familie und Freund\/ innen. F\u00fcr Menschen mit Gesundheitsproblemen sind h\u00e4ufig auch medizinische Fachkr\u00e4fte und andere Menschen mit \u00e4hnlichen Erkrankungen wichtige Unterst\u00fctzungsquellen.<\/p>\n<p>Es gibt zwei verschiedene Arten von Unterst\u00fctzung: einerseits die wahrgenommene Unterst\u00fctzung und andererseits die tats\u00e4chlich erhaltene Unterst\u00fctzung. Menschen k\u00f6nnen sich \u00fcberlegen, welche Unterst\u00fctzung sie in zuk\u00fcnftigen stressigen Situationen von anderen erwarten. Ein Raucher\/ eine Raucherin, der\/die mit dem Rauchen aufh\u00f6ren will, kann sich zum Beispiel vorstellen, welche Unterst\u00fctzung er\/sie dabei von anderen erhalten wird. Diese Art der Unterst\u00fctzung wird als <em>wahrgenommene Unterst\u00fctzung<\/em> bezeichnet. Sie hat dabei mehr mit der optimistischen Sicht der Menschen auf die Zukunft zu tun als mit tats\u00e4chlichen Unterst\u00fctzungshandlungen. Die wahrgenommene Unterst\u00fctzung kann etwas realit\u00e4tsfern sein, da sie nicht unbedingt an einer herausfordernden Situation \u00fcberpr\u00fcft wird. Die zweite Art sozialer Unterst\u00fctzung, besteht darin, danach zu fragen, welche Unterst\u00fctzung eine Person bei einem Problem in der Vergangenheit erhalten hat. Dabei handelt es sich um retrospektive Berichte <em>tats\u00e4chlicher Unterst\u00fctzungsleistungen<\/em>. Zum Beispiel, welche Unterst\u00fctzung jemand in der letzten Woche bei dem Versuch, ges\u00fcnder zu essen, erhalten hat. Diese beiden Arten der Unterst\u00fctzung haben nicht unbedingt etwas miteinander zu tun. Sie k\u00f6nnen die positive Erwartung haben, dass Ihre Angeh\u00f6rigen Ihnen in Zeiten der Not helfen, aber Sie erinnern sich m\u00f6glicherweise nicht daran, viel Hilfe bei Ihrem j\u00fcngsten Versuch, sich ges\u00fcnder zu ern\u00e4hren, erhalten zu haben.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kompetente Unterst\u00fctzung bei der Gesundheitsverhaltens\u00e4nderung<\/strong><\/p>\n<p>Betrachtet man die Forschung zu sozialer Unterst\u00fctzung und Gesundheitsverhalten, so berichten viele Studien \u00fcber positive Effekte von Unterst\u00fctzung auf das Gesundheitsverhalten. Bei n\u00e4herer Betrachtung stellen wir jedoch fest, dass sich viele dieser Studien auf die oben beschriebene erste Art der Unterst\u00fctzung, die <em>wahrgenommene Unterst\u00fctzung<\/em>, konzentrieren. Diese positive Erwartung, Unterst\u00fctzung in Notzeiten zu bekommen, h\u00e4ngt dabei konsistent mit einem besseren Gesundheitsverhalten zusammen. Der zweiten Art der Unterst\u00fctzung, die <em>tats\u00e4chlich erhaltene Unterst\u00fctzung<\/em>, wurde in der Forschung viel weniger Aufmerksamkeit geschenkt und die existierenden Studien zeigen uneinheitliche Ergebnisse. Diese uneinheitliche Befundlage scheint in Teilen darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren zu sein, dass es in manchen Studien nicht gelungen ist, die Unterst\u00fctzung durch die untersuchten Interventionen tats\u00e4chlich zu steigern. Wenn jemand versucht ein Gesundheitsverhalten zu \u00e4ndern, scheint es daher insgesamt keine Garantie daf\u00fcr zu geben, dass gut gemeinte soziale Unterst\u00fctzung tats\u00e4chlich hilfreich ist. Stattdessen scheint der Erfolg von Unterst\u00fctzungsma\u00dfnahmen von folgenden Faktoren abzuh\u00e4ngen:<\/p>\n<ul>\n<li>wer die Unterst\u00fctzung leistet (manchmal ist die Hilfe eines Freundes\/ einer Freundin besser als die Hilfe des Ehepartners\/ der Ehepartnerin)<\/li>\n<li>vom Geschlecht des Unterst\u00fctzungsgebers\/ der Unterst\u00fctzungsgeberin (Frauen scheinen sowohl f\u00fcr M\u00e4nner als auch f\u00fcr Frauen die besseren Unterst\u00fctzungsgeberinnen zu sein)<\/li>\n<li>von der \u00dcbereinstimmung zwischen Unterst\u00fctzungsbedarf und -angebot sowie davon<\/li>\n<li>unter welchen Bedingungen die Unterst\u00fctzung stattfindet (ob das Geben und Nehmen von Unterst\u00fctzung ausgeglichen oder unausgeglichen ist).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Tats\u00e4chlich gibt es Studien, die belegen, dass <strong>Unterst\u00fctzung sogar schaden kann<\/strong>. Unterst\u00fctzung kann teilweise dazu f\u00fchren, dass Sie sich niedergeschlagen oder als nicht in der Lage f\u00fchlen, die anstehende Herausforderung selbst zu bew\u00e4ltigen. <a href=\"https:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/full\/10.1111\/j.1756-2589.2009.00003.x\">Kompetente Unterst\u00fctzung<\/a> &#8211; Unterst\u00fctzung durch vertrauensw\u00fcrdige Personen, die Ihren Bed\u00fcrfnissen gerecht werden und Ihnen bei Verhaltens\u00e4nderungen das Gef\u00fchl geben, dass Sie verstanden und gesch\u00e4tzt werden &#8211; ist vermutlich die beste Option. Kompetente Unterst\u00fctzung setzt voraus, dass beide Seiten miteinander kommunizieren: Die Person, die eine Ver\u00e4nderung anstrebt, sollte ihre pers\u00f6nlichen Bed\u00fcrfnisse einsch\u00e4tzen und diese klar kommunizieren, indem sie aktiv Unterst\u00fctzung von Personen sucht, denen sie voll und ganz vertrauen kann. Der Unterst\u00fctzungsgeber\/ die Unterst\u00fctzungsgeberin sollte sich bem\u00fchen, die Bed\u00fcrfnisse der Person in einer Weise zu erf\u00fcllen, die respektvoll ist und auf die Bed\u00fcrfnisse des Empf\u00e4ngers\/ der Empf\u00e4ngerin eingeht.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Praktische Empfehlungen<\/strong><\/p>\n<p>Was sollte man also tun, um jemanden bei einer Gesundheitsverhaltens\u00e4nderung wirksam zu unterst\u00fctzen? Praktiker\/ innen sollten ihre Klient\/ innen ermutigen, sich kompetente Unterst\u00fctzung zu suchen und sich mit nahestehenden Personen und Gesundheitsexperten\/ innen dar\u00fcber auszutauschen. Um eine andere Person wirksam bei ihrem Versuch, ihr Gesundheitsverhalten zu \u00e4ndern, zu unterst\u00fctzen, sollten Sie folgende Empfehlungen beachten:<\/p>\n<ul>\n<li>Ermutigen Sie Personen, die etwas \u00e4ndern m\u00f6chten, dazu, Unterst\u00fctzung von vertrauten Personen zu suchen und mit ihnen dar\u00fcber zu sprechen, was wirklich hilfreich f\u00fcr sie w\u00e4re. Dazu kann auch geh\u00f6ren, in Ruhe gelassen zu werden!<\/li>\n<li>\u00dcben Sie mit Ihren Klient\/ innen, ihre Bed\u00fcrfnisse in bestimmten Situationen zu kommunizieren und Vorschl\u00e4ge zu machen, um die erhaltene Unterst\u00fctzung f\u00fcr sie hilfreicher zu gestalten. Zum Beispiel k\u00f6nnen Praktiker\/ innen in Rollenspielen verschiedene Szenarien durchspielen, in denen man um Unterst\u00fctzung bittet. Dabei sollte auch das Bewusstsein geschaffen werden, dass Unterst\u00fctzung eine sehr individuelle Angelegenheit und nicht immer hilfreich ist. Die Person kann in einem solchen Rollenspiel \u00fcben, Unterst\u00fctzungsgeber\/ innen anzuleiten und konstruktives Feedback zu geben, um die Unterst\u00fctzungshandlungen zu verbessern.<\/li>\n<li>\u00dcben Sie, kompetente Unterst\u00fctzung zu erkennen. Da die Ver\u00e4nderung des eigenen Verhaltens ein dynamischer Prozess ist und sich die Bed\u00fcrfnisse von einem Tag auf den anderen \u00e4ndern k\u00f6nnen, kann dies h\u00e4ufige Anpassungen erfordern.<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00dcbersetzt von Bianca B\u00fcrli und Karoline Villinger<\/p>\n<p>r Unterst\u00fctzungsvermittlung, die sich oft miteinander vermischen: Ein erster Weg der sozialen Unterst\u00fctzung ist die <strong>emotionale<\/strong> <strong>Unterst\u00fctzung<\/strong>, d.h. die Person zu tr\u00f6sten und sie dazu zu bringen, sich geliebt, verstanden und umsorgt zu f\u00fchlen, wenn sie sich dar\u00fcber beklagt, wie schwierig es ist, sich ges\u00fcnder zu ern\u00e4hren. Ein zweiter Weg ist die <strong>instrumentelle Unterst\u00fctzung<\/strong>, d.h. eine konkrete Handlung vorzunehmen, um der Person zu helfen, wie z.B. der Kauf gesunder Nahrungsmittel. Der dritte Weg ist die <strong>informationelle Unterst\u00fctzung<\/strong>, wie z.B. Tipps geben, wie man mehr Gem\u00fcse essen kann. W\u00e4hrend Unterst\u00fctzung grunds\u00e4tzlich von jeder Person ausgehen kann, hat die Forschung gezeigt, dass die h\u00e4ufigste Unterst\u00fctzung von nahestehenden Personen kommt, wie romantische Partner\/innen, Familie und Freunde\/innen. Wichtige Unterst\u00fctzungsquellen f\u00fcr Menschen mit Gesundheitsproblemen sind oft Mitarbeitende verschiedener Gesundheitsberufe sowie andere \u00e4hnlich qualifizierte Personen.<\/p>\n<p>Es gibt zwei verschiedene Arten von Unterst\u00fctzung: entweder die in Zukunft erwartete Unterst\u00fctzung oder diejenige in der Vergangenheit tats\u00e4chlich erhaltene Unterst\u00fctzung. Bez\u00fcglich der ersten Form, k\u00f6nnen Menschen \u00fcber die Unterst\u00fctzung nachdenken, die sie in Zukunft von anderen in stressigen Situationen erwarten zu erhalten. Zum Beispiel kann sich ein Raucher\/eine Raucherin, der\/die beabsichtigt aufzuh\u00f6ren, die Unterst\u00fctzung vorstellen, die ihm\/ihr von anderen angeboten wird. Diese Art der Unterst\u00fctzung wird als <em>wahrgenommene Unterst\u00fctzung<\/em> bezeichnet. Diese h\u00e4ngt eher mit einer optimistischen Zukunftsannahme der Menschen als mit tats\u00e4chlich erhaltenen Unterst\u00fctzungsaktivit\u00e4ten zusammen. Die wahrgenommene Unterst\u00fctzung wird teilweise \u00fcbersch\u00e4tzt, da die Unterst\u00fctzungserwartungen nicht notwendigerweise in einer herausfordernden Situation getestet werden, sondern eine Annahme \u00fcber die Zukunft bleiben. Wie die Unterst\u00fctzung tats\u00e4chlich aussieht, wird hier nicht ber\u00fccksichtigt. Die zweite M\u00f6glichkeit Unterst\u00fctzung anzuschauen, besteht darin, zu fragen, welche Unterst\u00fctzung eine Person tats\u00e4chlich bei einem Problem erhalten hat. Letztere sind retrospektive Berichte (Berichte \u00fcber die Vergangenheit) \u00fcber<em> tats\u00e4chliche Unterst\u00fctzungsaktivit\u00e4ten<\/em>. Zum Beispiel, welche Hilfe eine Person in der letzten Woche beim Versuch, sich ges\u00fcnder zu ern\u00e4hren, erhalten hat. Diese beiden Arten der Unterst\u00fctzung stehen nicht unbedingt in einer engen Beziehung zueinander. Eine Person kann die Erwartung haben, dass ihre Liebsten ihr in Notzeiten helfen, sie erinnert sich aber vielleicht nicht daran, bei ihrem letzten Versuch, sich ges\u00fcnder zu ern\u00e4hren, viel Hilfe erhalten zu haben.<\/p>\n<p><strong>Qualifizierte Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Gesundheitsverhaltens\u00e4nderung<\/strong><\/p>\n<p>Bei der Untersuchung der sozialen Unterst\u00fctzung und des Gesundheitsverhaltens berichten viele Studien \u00fcber positive Effekte der Unterst\u00fctzung auf das Gesundheitsverhalten. Wenn wir aber genauer hinsehen, stellen wir jedoch fest, dass sich viele dieser Studien auf die oben beschriebene erste Art der Unterst\u00fctzung konzentrieren: die <em>wahrgenommene Unterst\u00fctzung<\/em>. Eine positive Erwartung der Unterst\u00fctzung h\u00e4ngt konsistent mit einem besseren Gesundheitsverhalten zusammen. Die zweite Art der Unterst\u00fctzung, die <em>tats\u00e4chliche Unterst\u00fctzungsaktivit\u00e4t<\/em>, hat in der Forschung viel weniger Beachtung erhalten und die verf\u00fcgbaren Studien haben gemischte Effekte gefunden. Diese gemischten Ergebnisse scheinen darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren zu sein, dass die Unterst\u00fctzung durch eine Intervention nicht wirklich verbessert wurde. Insgesamt scheint es keine Garantie daf\u00fcr zu geben, dass gut gemeinte soziale Unterst\u00fctzung hilfreich ist, wenn jemand versucht, sein Gesundheitsverhalten zu \u00e4ndern. Stattdessen scheint der Erfolg unterst\u00fctzender Massnahmen von<\/p>\n<ul>\n<li>der Person, die die Unterst\u00fctzung anbietet (manchmal ist die Hilfe eines Freundes besser als diejenige eines Ehepartners)<\/li>\n<li>dem Geschlecht des Unterst\u00fctzungsanbietenden (Frauen scheinen die besseren Anbietenden f\u00fcr M\u00e4nner und Frauen zu sein)<\/li>\n<li>der Anpassung zwischen Unterst\u00fctzungsbedarf und -bereitstellung<\/li>\n<li>und den Bedingungen unter welchen die Unterst\u00fctzung auftritt (ob das Geben und Empfangen von Unterst\u00fctzung ausgeglichen oder schief ist)<\/li>\n<\/ul>\n<p>abh\u00e4ngig zu sein.<\/p>\n<p>In der Tat gibt es Studien, die zeigen, dass der <strong>Erhalt von Unterst\u00fctzung sogar Schaden anrichten k\u00f6nnte<\/strong>. Unterst\u00fctzung kann dazu beitragen, dass eine Person niedergeschlagen ist oder sich nicht mehr in der Lage f\u00fchlt, alleine mit den Herausforderungen zurechtzukommen. <a href=\"http:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1111\/j.1756-2589.2009.00003.x\/full\">Qualifizierte Unterst\u00fctzung<\/a> \u2013 Unterst\u00fctzung von vertrauensw\u00fcrdigen anderen, die den Bed\u00fcrfnissen einer Person entspricht und die Person dazu bringt, dass sie sich verstanden, wertgesch\u00e4tzt und sich bei ihrer Verhaltens\u00e4nderung umsorgt f\u00fchlt \u2013 k\u00f6nnte die beste Option sein. Qualifizierte Unterst\u00fctzung h\u00e4ngt davon ab, dass beide Seiten miteinander kommunizieren: Die Person, die eine Ver\u00e4nderung vornehmen m\u00f6chte, sollte ihre pers\u00f6nlichen Bed\u00fcrfnisse erkennen und bewerten und diese klar kommunizieren, indem sie aktiv nach Unterst\u00fctzung von Personen sucht, denen sie voll und ganz vertraut, damit diese dann auf ihre Bed\u00fcrfnisse eingehen k\u00f6nnen. Der\/Die Unterst\u00fctzungsanbietende sollte dann mit dem Ziel handeln auf die Bed\u00fcrfnisse der Person einzugehen und diese auf eine respektvolle Weise zu erf\u00fcllen.<\/p>\n<p><strong>Praktische Empfehlungen <\/strong><\/p>\n<p>Was sollten Personen also tun, um jemanden im Hinblick auf eine Gesundheitsverhaltens\u00e4nderung effektiv zu unterst\u00fctzen? Praktiker und Praktikerinnen, die Klienten und Klientinnen beraten, sollten diese ermutigen, eine qualifizierte Unterst\u00fctzung anzustreben und mit ihren engsten Mitmenschen und Gesundheitsexperten und -expertinnen dar\u00fcber zu sprechen. Um eine Person, die ihr Gesundheitsverhalten ver\u00e4ndern m\u00f6chte, zu unterst\u00fctzen, sollten die folgenden Empfehlungen beachtet werden:<\/p>\n<ul>\n<li>Ermutigen Sie Personen, die eine Ver\u00e4nderung m\u00f6chten, dazu, sich Unterst\u00fctzung bei vertrauten Mitmenschen zu suchen und sprechen Sie mit ihnen dar\u00fcber, was wirklich hilfreich f\u00fcr die Person sein k\u00f6nnte. Dies k\u00f6nnte auch beinhalten, diejenige Person in Ruhe zu lassen!<\/li>\n<li>\u00dcben Sie mit Ihren Klienten\/innen, ihre Bed\u00fcrfnisse in spezifischen Situationen nach aussen zu kommunizieren und Vorschl\u00e4ge zu machen, wodurch die erhaltene Unterst\u00fctzung hilfreicher werden kann. Als Beispiel k\u00f6nnen Sie Rollenspiele anwenden und verschiedene Szenarien durchspielen, in denen um Hilfe gebeten werden soll. Dies sollte auch ein Bewusstsein daf\u00fcr schaffen, dass Unterst\u00fctzung sehr individuell und auch nicht immer hilfreich ist. So kann die Person \u00fcben, den Unterst\u00fctzungsanbietenden eine Anleitung und konstruktives Feedback zu geben, um die Unterst\u00fctzungsaktivit\u00e4ten zu verbessern.<\/li>\n<li>\u00dcben Sie, qualifizierte Unterst\u00fctzung zu erkennen. Da die Ver\u00e4nderung des eigenen Verhaltens ein dynamischer Prozess ist und sich die Bed\u00fcrfnisse von einem Tag auf den anderen \u00e4ndern k\u00f6nnen, kann dies h\u00e4ufige Anpassungen bedeuten.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>\u00dcbersetzt von Theda Radtke und Rossella Falcone<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>By Urte Scholz, University of Zurich and Gertraud (Turu) Stadler, University of Aberdeen Social support seems to be an exclusively positive thing. 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