{"id":709,"date":"2017-08-30T07:14:54","date_gmt":"2017-08-30T07:14:54","guid":{"rendered":"http:\/\/practicalhealthpsychology.com\/?p=709"},"modified":"2025-11-04T14:44:47","modified_gmt":"2025-11-04T14:44:47","slug":"using-health-psychology-in-your-everyday-practice","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/2017\/08\/using-health-psychology-in-your-everyday-practice\/","title":{"rendered":"Gesundheitspsychologie in der t\u00e4glichen Praxis"},"content":{"rendered":"<p><strong>Karen Morgan, Perdana University Royal College of Surgeons in Ireland Medical School, Kuala Lumpur, Malaysia and Robbert Sanderman, University of Groningen and Health and Technology University of Twente, The Netherlands.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Was ist der Nutzen der Gesundheitspsychologie?<\/strong><\/p>\n<p>Gesundheitspsychologie ist eine junge, dynamische und schnell wachsende Disziplin der Psychologie. Gesundheitspsychologen und \u2013psychologinnen konzentrieren sich in ihrer Arbeit auf die folgenden Anwendungen psychologischer Theorien und Forschung:<\/p>\n<ul>\n<li>Die F\u00f6rderung und Erhaltung von Gesundheit sowie Verhinderung von Krankheit<\/li>\n<li>Das Verst\u00e4ndnis, wie Menschen auf Krankheiten reagieren, diese bew\u00e4ltigen und sich davon erholen k\u00f6nnen<\/li>\n<li>Die Personalisierung von Behandlungen und Interventionen<\/li>\n<li>Die Weiterentwicklung von bestehenden Gesundheitssystemen und der Gesundheitspolitik<\/li>\n<\/ul>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Gesundheitspsychologie befasst sich mit folgende Kernfragen: Was f\u00fchrt zu Gesundheitsverhalten und wie kann ungesundes Verhalten ver\u00e4ndert werden? Zudem untersucht sie, wie Emotionen und \u00dcberzeugungen mit diesen Verhaltensweisen und ihren Konsequenzen verkn\u00fcpft sind. Gesundheitspsychologen und \u2013psychologinnen arbeiten daher in vielen unterschiedlichen Bereichen und mit verschiedenen Gruppen von Menschen zusammen. Dazu geh\u00f6ren Patienten und Patientinnen, Pflegende und Familien, Individuen in der Gemeinde, medizinische Fachkr\u00e4fte sowie Gesundheitssysteme und Institutionen. Daher sind einige grundlegende Konzepte aus dem Bereich der Gesundheitspsychologie f\u00fcr all diejenigen relevant, die mit Patienten und Patientinnen arbeiten oder Verhaltens\u00e4nderungen in der Praxis f\u00f6rdern wollen.<\/p>\n<p><strong>F\u00f6rderung und Erhaltung von Gesundheit sowie Verhinderung von Krankheit<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Belastung der chronischen Erkrankungen weltweit rapide zunimmt, w\u00e4ren viele davon vermeidbar. Die epidemiologische Forschung hat gezeigt, dass die Prim\u00e4rpr\u00e4vention (z.B. die Verringerung der Risikofaktoren f\u00fcr kardiovaskul\u00e4re Erkrankungen) zur Verminderung von Todesf\u00e4llen durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen wirksamer ist als die Sekund\u00e4rpr\u00e4vention. Die Gesundheitspsychologie kann bez\u00fcglich der Verringerung von gesundheitsbezogenen Risikofaktoren einen enormen Beitrag leisten, indem sie spezifische Verhaltensweisen (z.B. Rauchen, schlechte Ern\u00e4hrung, Mangel an k\u00f6rperlicher Aktivit\u00e4t, die Teilnahme an medizinischen Screenings) identifiziert und diese gezielt zu \u00e4ndern vermag.<\/p>\n<p>Die Gesundheitspsychologie konzentriert sich dabei auf psychologische Mechanismen (z.B. Wissen, Einstellungen, Kognitionen) und soziale Einfl\u00fcsse, die eine gezielte Verhaltens\u00e4nderung behindern und zu anhaltenden ungesunden Verhaltensmustern f\u00fchren k\u00f6nnen. Ein besseres Verst\u00e4ndnis dieser Prozesse hilft, optimale Wege zu finden, um Menschen dabei zu unterst\u00fctzen, aus solchen ungesunden Routinen auszubrechen und z.B. mit dem Rauchen aufzuh\u00f6ren oder ihren Obstkonsum zu erh\u00f6hen. Die Entwicklung und Nutzung von sogenannten eHealth-Applikationen zur Verhaltens\u00e4nderung nimmt stetig zu genommen. Diese Verhaltens\u00e4nderungs-Techniken via App-Nutzung bieten f\u00fcr die Gesundheitspsychologie eine sehr interessante M\u00f6glichkeit, Verhalten zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p><strong>Verst\u00e4ndnis, wie Menschen auf Krankheiten reagieren, diese bew\u00e4ltigen und sich davon erholen<\/strong><\/p>\n<p>Krankheiten haben f\u00fcr Menschen psychologische Folgen, die die Erholung davon beeinflussen k\u00f6nnen. Als Folge einer Krankheit k\u00f6nnen Individuen Stress, Angst oder Depression erfahren oder damit hadern, was die Krankheit f\u00fcr ihre Identit\u00e4t bedeuten kann. Gesundheitspsychologen und \u2013psychologinnen versuchen daher besser zu verstehen, wie man Menschen, die mit einer Krankheit konfrontiert sind, am besten unterst\u00fctzen kann. Dazu sollen die komplexen Zusammenh\u00e4nge zwischen Kognitionen (Gedanken), Bew\u00e4ltigung und Folgen der Krankheit und den wichtigen gesundheitlichen Verhaltensweisen (z.B. Medikamentenadh\u00e4renz in verschiedenen Populationen) untersucht werden. Dar\u00fcber hinaus betrachten Gesundheitspsychologen und \u2013psychologinnen kritisch die Definition und Messung von krankheitsrelevanten Verhaltensweisen, z.B.: Wie kann die Einnahme von Medikamenten gem\u00e4ss der \u00e4rztlichen Vorgabe gemessen werden? Oder: Ab wann weicht die Einnahme der Medikamente von den Empfehlungen des Arztes ab? Es werden Theorien und Modelle verwendet, um krankheitsbezogene Verhaltensweisen und deren Folgen zu erkl\u00e4ren und vorherzusagen. Des Weiteren bilden diese Theorien und Modelle die Grundlage f\u00fcr die Gestaltung von Interventionen, um positive Verhaltens\u00e4nderungen zu erzielen. Gesundheitspsychologen und -psychologinnen versuchen auch herauszufinden, wie und f\u00fcr wen diese Interventionen am effektivsten sind.<\/p>\n<p><strong>Personalisierung von Behandlungen und Interventionen<\/strong><\/p>\n<p>Gesundheitspsychologen und \u2013psychologinnen wollen herausfinden, wie eine \u00c4nderung des Verhaltens, z.B. eine \u00c4nderung der eigenen Ziele oder der sozialen Kompetenzen zu einer besseren Gesundheit f\u00fchrt. Diese Erkenntnisse sind wichtig, weil sie es erm\u00f6glichen die relevanten Bestandteile zu identifizieren, die f\u00fcr eine Verbesserung von Interventionen n\u00f6tig sind, damit sie einen positiven Effekt auf die Gesundheit erzielen.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus ist es auch sehr wichtig zu wissen, welche Bestandteile f\u00fcr wen am besten wirken. Angenommen, eine kognitive Verhaltens- oder Achtsamkeitsintervention soll Krebspatienten helfen, mit den Folgen der Krankheit fertig zu werden. Dabei stellt man fest, dass einige Individuen nicht wie erhofft auf die ihnen verschriebene Behandlung reagieren, die ihnen angeboten wurde. Die Forschung erm\u00f6glicht es nun, herauszufinden, ob Patienten mit bestimmten Merkmalen (wie Geschlecht, Alter oder bestimmten Pers\u00f6nlichkeitsmerkmalen) besser oder schlechter auf eine dieser Behandlungen reagieren. Dies ist bei der Bestimmung, welche Behandlung f\u00fcr wen am besten geeignet ist, sehr hilfreich und erm\u00f6glicht so eine personalisierte Behandlung.<\/p>\n<p><strong>Verbesserung der Gesundheitssysteme und der Gesundheitspolitik<\/strong><\/p>\n<p>Die Art und Weise, wie \u00c4rzte\/\u00c4rztinnen, Pflegepersonal und andere medizinische Fachkr\u00e4fte mit einem Patienten\/einer Patientin interagieren, kann einen erheblichen Einfluss auf die Reaktion des Patienten\/der Patientin auf Krankheit und Behandlung haben. Gesundheitspsychologen und -psychologinnen k\u00f6nnen sowohl mit Patienten\/Patientinnen, Pflegepersonen und Familien, als auch mit Angeh\u00f6rigen der Gesundheitsberufe zusammenarbeiten. Die Gesundheitspsychologie spielt dabei eine wichtige Rolle bei der Ausbildung von Fachkr\u00e4ften in Gesundheitsberufen, indem sie die patientenzentrierte Versorgung f\u00f6rdert. Dadurch wird das Selbstmanagement der Patienten\/Patientinnen erleichtert, was wiederum zu einer h\u00f6heren Kontrolle \u00fcber die eigene Gesundheit f\u00fchrt und dabei hilft, bessere Entscheidungen treffen zu k\u00f6nnen. Dazu geh\u00f6ren auch die Untersuchung des Kommunikationsstils von Fachkr\u00e4ften des Gesundheitswesens und die Suche nach M\u00f6glichkeiten, den Stil besser auf die Bed\u00fcrfnisse der Patienten\/Patientinnen abzustimmen. Mit diesen genannten Massnahmen kann die Gesundheitsversorgung verbessert werden. Als Beispiel trainieren Gesundheitspsychologen und -psychologinnen in verschiedenen L\u00e4ndern Studierende der Medizin an akademischen Krankenh\u00e4usern in den oben genannten F\u00e4higkeiten.<\/p>\n<p><strong>Gesundheitspsychologen und \u2013psychologinnen erreichen<\/strong><\/p>\n<p>Wenn Sie in Ihrer Arbeit mit den oben beschriebenen Sachverhalten zu tun haben und Sie gerne \u00fcber die neuesten Entwicklungen in diesem Bereich informiert werden m\u00f6chten, schlagen wir vor, dass Sie ein Auge auf unseren Blog <em>Angewandte Gesundheitspsychologie<\/em> werfen. Falls Sie dar\u00fcber hinaus praktische Hilfe ben\u00f6tigen, z\u00f6gern Sie nicht, den Kontakt zu einem Gesundheitspsychologie-Department in Ihrem eigenen Land zu suchen, um zu sehen, ob dieses weiterhelfen kann. Von der Beantwortung einer kurzen Frage bis hin zu einer Zusammenarbeit in z.B. einem Gesundheitsf\u00f6rderungsprojekt ist alles vorstellbar.<\/p>\n<p>Eine \u00dcbersicht der Kontaktpersonen finden Sie hier:<\/p>\n<p>Deutschland: <a href=\"http:\/\/www.gesundheitspsychologie.net\/index.php\/de\/\">http:\/\/www.gesundheitspsychologie.net\/index.php\/de\/<\/a><\/p>\n<p>Schweiz: <a href=\"http:\/\/www.healthpsychology.ch\/\">http:\/\/www.healthpsychology.ch\/<\/a><\/p>\n<p>\u00d6sterreich: www.boep.or.at\/berufsverband\/fachsektionen\/gesundheitspsychologi<\/p>\n<p><em>Translated by: Theda Radtke; Rossella Falcone<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Karen Morgan, Perdana University Royal College of Surgeons in Ireland Medical School, Kuala Lumpur, Malaysia and Robbert Sanderman, University of Groningen and Health and Technology University of Twente, The Netherlands. What is practical about health psychology? 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