{"id":652,"date":"2017-05-01T02:26:13","date_gmt":"2017-05-01T02:26:13","guid":{"rendered":"http:\/\/practicalhealthpsychology.com\/?p=652"},"modified":"2025-11-04T14:46:13","modified_gmt":"2025-11-04T14:46:13","slug":"harnessing-your-imagination-using-the-power-of-mental-imagery-to-change-health-behaviour","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/2017\/05\/harnessing-your-imagination-using-the-power-of-mental-imagery-to-change-health-behaviour\/","title":{"rendered":"Nutzen Sie ihre Vorstellungskraft: Die Nutzung der Kraft von mentalen Bildern bei der Gesundheitsverhaltens\u00e4nderung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Martin S. Hagger, Curtin University, Australia und University of Jyv\u00e4skyl\u00e4, Finland und Dominic Conroy, Birkbeck University of London, UK<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was ist die mentale Vorstellung?<\/strong><\/p>\n<p>Menschen k\u00f6nnen sich meistens ziemlich gut Dinge vorstellen. Beispielsweise spielen sie oft zuk\u00fcnftige Handlungen oder Szenarien in ihren Gedanken durch oder tagtr\u00e4umen \u00fcber fantasiereiche M\u00f6glichkeiten. Diese imaginierten Situationen sind oft unstrukturiert und erfolgen ohne konkreten Ausl\u00f6ser. Psychologen haben nun untersucht, ob es m\u00f6glich ist, diese <a href=\"http:\/\/psycnet.apa.org\/?&amp;fa=main.doiLanding&amp;doi=10.1037\/0003-066X.53.4.429\">Vorstellungsf\u00e4higkeit zu nutzen, um Personen in ihrer F\u00e4higkeit ihre gew\u00fcnschten Ziele zu erreichen<\/a>, zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die <em>mentale Vorstellung<\/em> ist ein allgemeiner Begriff. Er wird von Psychologen benutzt, um Strategien zu beschreiben, die die Vorstellungskraft von Menschen nutzen, um deren Motivation f\u00fcr zielorientierte Handlungen zu verbessern. Es gibt eine Reihe unterschiedlicher Vorstellungsmethoden. Diese beziehen oft selbstgesteuerte oder von Praktikern\/innen angeleitete \u00dcbungen ein. Dabei sollen sich die teilnehmenden Personen vorstellen, ein Zielverhalten erfolgreich durchzuf\u00fchren oder sich die Gef\u00fchle und Emotionen vorstellen, die sie bei der Ausf\u00fchrung des Verhaltens empfinden w\u00fcrden, sowie deren Konsequenzen visualisieren. Zum Beispiel kann sich ein\/e Raucher\/in, der\/die mit dem Rauchen aufh\u00f6ren m\u00f6chte, die Schritte vorstellen, die er\/sie machen m\u00fcsste, um dem Verlangen nach einer Zigarette zu widerstehen. Interventionen, die auf mentaler Vorstellung basieren, funktionieren, indem sie die Motivation f\u00fcr die Ausf\u00fchrung des Verhaltens erh\u00f6hen. Dadurch kann die Vorbereitung und Bereitschaft verbessert werden, ein Verhalten erfolgreich auszuf\u00fchren und ein Ziel zu erreichen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/abs\/10.1080\/08870446.2013.843685\">Die mentale Vorstellung kann das situationsspezifische Selbstvertrauen einer Person, auch bekannt als <em>Selbstwirksamkeit<\/em>, steigern<\/a>. Die Selbstwirksamkeit hilft der Person dabei, ihr gew\u00fcnschtes Verhalten auszuf\u00fchren. Ein h\u00f6heres Mass an Selbstwirksamkeit erh\u00f6ht die Motivation oder Intention der Person am Verhalten in der Zukunft mitzuwirken. Dar\u00fcber hinaus wird die Person unterst\u00fctzt, mit dem Ausf\u00fchren des Zielverhaltens verbundene Barrieren und Hindernisse zu \u00fcberwinden. Nimmt man zum Beispiel eine Person die eine Di\u00e4t machen m\u00f6chte: Die Vorstellung, dass man Soft Drinks w\u00e4hrend der Pause erfolgreich vermeiden kann, sowie die Visualisierung der Bew\u00e4ltigung potentieller Herausforderungen oder Schwierigkeiten, wie z.B. eine zuckerarme Alternative zu finden, um den Durst zu stillen, kann der Person ein gr\u00f6sseres Vertrauen in ihre F\u00e4higkeit geben, dies auch umzusetzen In der Tat erzeugt eine Person, die sich vorstellt, wie sie selbst das Verhalten ausf\u00fchrt, das ultimative Rollenmodell \u2013 n\u00e4mlich sich selbst!<\/p>\n<p><strong>Wie wird die mentale Vorstellung genutzt?<\/strong><\/p>\n<p>Obwohl es viele Arten von mentaler Vorstellung gibt (z.B. geleitete Vorstellung, mentale Simulationen), gibt es einige Schl\u00fcsselelemente, die allen gemeinsam sind. Mentale Vorstellung wird oft in einer \u201e\u00dcbung\u201c gemacht, in der die Person ein dynamisches mentales Bild von sich selbst schafft, wie sie die gew\u00fcnschte Handlung ausf\u00fchrt. In der \u00dcbung visualisiert die Person ihre Handlungen in \u201eEchtzeit\u201c und so genau wie m\u00f6glich, indem sie auf wichtige Details Acht gibt und sich vorstellt, wie sie sich bei der Ausf\u00fchrung f\u00fchlen w\u00fcrde. In einigen F\u00e4llen wird die Person gebeten, sich auch vorzustellen, das Ziel zu erreichen sowie die damit verbundenen positiven Emotionen, die sie wahrscheinlich erleben w\u00fcrde, zu visualisieren. Die mentale Vorstellung kann selbstgesteuert sein oder durch einen Moderator\/eine Moderatorin angeregt werden, der\/die die Vorstellungs\u00fcbungen leitet. Eine Fachausbildung in Psychologie ist keine Voraussetzung f\u00fcr eine Moderation einer solchen mentalen Vorstellung. Eine gewisse Erfahrung bei der Unterst\u00fctzung und F\u00fchrung von mentalen Vorstellungen ist jedoch wichtig. Die \u00dcbungen k\u00f6nnen auch in Gruppen durchgef\u00fchrt werden, indem sich die Gruppenmitglieder ihre jeweils eigenen Szenarien vorstellen. In der Regel werden sie durch einen\/e einzige\/n Moderator\/in geleitet.<\/p>\n<p><strong>Funktioniert es?<\/strong><\/p>\n<p>Die mentale Vorstellung wird genutzt, um die Motivation und das Vertrauen ein Gesundheitsverhalten zu \u00fcbernehmen, zu f\u00f6rdern. Studien konnten zeigen, dass Personen, die angeregt wurden die notwendigen Schritte zur Umsetzung des gew\u00fcnschten Gesundheitsverhaltens zu visualisieren, eine h\u00f6here Motivation und Selbstwirksamkeit gegen\u00fcber dem Verhalten sowie dessen tats\u00e4chliche Ausf\u00fchrung aufwiesen. Zudem konnte die Effektivit\u00e4t der mentalen Vorstellung in folgenden Bereichen gezeigt werden: <a href=\"http:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1111\/bjhp.12133\/abstract\">Reduktion des Alkoholkonsums<\/a>, <a href=\"http:\/\/journals.humankinetics.com\/doi\/10.1123\/japa.19.2.137\"> Steigerung der physischen Aktivit\u00e4t<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/abs\/10.1080\/08870441003703218\"> F\u00f6rderung von gesundem Essverhalten<\/a> sowie <a href=\"http:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1111\/j.1547-5069.2005.00042.x\/abstract\">der Raucherentw\u00f6hnung<\/a>. Ebenso wurde gezeigt, dass die mentale Vorstellung effektiv ist, wenn sie <a href=\"http:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1111\/j.2044-8287.2010.02011.x\/abstract\">neben anderen Methoden zur Verhaltens\u00e4nderung durchgef\u00fchrt wird, wie z.B. Ausf\u00fchrungsplanung\/ \u201eWenn-Dann\u201c Pl\u00e4ne<\/a> (d.h. planen wann, wo und wie man handelt). Siehe hierzu auch Blogeintrag von P. Gollwitzer. Eine k\u00fcrzlich durchgef\u00fchrte <a href=\"https:\/\/osf.io\/preprints\/psyarxiv\/d4fjv\">\u00dcberblicksarbeit \u00fcber Studien zur mentalen Vorstellung zur Gesundheitsverhaltens\u00e4nderung<\/a> konnte zeigen, dass mentale Vorstellungsstrategien effektiv sind, vor allem wenn sie wiederholt angewandt werden und Personen explizite Instruktionen erhalten, wie sie die Vorstellungs\u00fcbungen durchf\u00fchren m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>Empfehlungen f\u00fcr die Praxis<\/strong><\/p>\n<p>Die mentale Vorstellung ist eine relativ einfache, mit wenig Aufwand und wenigen Kosten verbundene Methode zur F\u00f6rderung der Motivation und der Selbstwirksamkeit zur Gesundheitsverhaltens\u00e4nderung. Wir haben einige Empfehlungen bez\u00fcglich den wesentlichen Eigenschaften und \u00dcberlegungen zur mentalen Vorstellung f\u00fcr Praktiker\/innen im Gesundheitswesen zur Verf\u00fcgung gestellt:<\/p>\n<p><strong>Zielgruppe<\/strong>. Interventionen auf Basis von mentaler Vorstellung eignen sich am besten f\u00fcr Personen, die an einer Verhaltens\u00e4nderung interessiert sind, und weniger f\u00fcr Personen, die wenig oder gar kein Interesse haben, ihr Verhalten zu ver\u00e4ndern oder noch gar nicht \u00fcber eine Verhaltens\u00e4nderung nachgedacht haben. Es ist wichtig, dass sie ein Gesundheitsziel haben (z.B. f\u00fcr 20 Minuten ohne Pause joggen zu gehen).<\/p>\n<p><strong>\u201e\u00dcbungen\u201c<\/strong>. Die mentale Vorstellung sollte als eine \u201e\u00dcbung\u201c gef\u00fchrt werden, die zur Folge hat, dass eine Person eine gewisse Zeit lang mentale Vorstellung ausf\u00fchrt. Die \u00dcbungen sollten an einem ruhigen, bequemen Ort, frei von jeglicher Ablenkung stattfinden.<\/p>\n<p><strong>Die mentale Vorstellung leiten.<\/strong> F\u00fcr Anf\u00e4nger der mentalen Vorstellung wird ein\/e Moderator\/in empfohlen oder zumindest klare Instruktionen, wie die \u00dcbungen ausgef\u00fchrt werden sollen. Erfahrene Personen k\u00f6nnen die mentale Vorstellung selber f\u00fchren (\u201eselbstgesteuert\u201c). Das Aufschreiben der mentalen Vorstellung sowie Erinnerungen (z.B. via SMS) k\u00f6nnen effektive Arten sein, damit sich Personen an die Durchf\u00fchrung ihrer mentalen Vorstellungen erinnern.<\/p>\n<p><strong>Timing<\/strong>. Die \u00dcbungen k\u00f6nnen innerhalb kurzer Zeit durchgef\u00fchrt werden, m\u00f6glicherweise in weniger als 5 Minuten. L\u00e4ngere \u00dcbungen k\u00f6nnen jedoch effektiver sein und k\u00f6nnen die mentale Vorstellung einpr\u00e4gsamer und lebhafter erscheinen lassen.<\/p>\n<p><strong>Inhalt<\/strong>. In einer \u00dcbung stellt sich die Person, die ihr Verhalten \u00e4ndern will, diejenigen Schritte vor, die sie machen muss, um ein bestimmtes Verhalten zu einer bestimmten Zeit und an einem bestimmten Ort auszuf\u00fchren. Sie kann auch angeleitet werden, sich m\u00f6gliche Hindernisse vorzustellen und wie diese bew\u00e4ltigt werden. Beispielsweise kann sich eine Person, die ihre physische Aktivit\u00e4t steigern m\u00f6chte (z.B. mehr spazieren gehen) vorstellen, wie sie zus\u00e4tzliche Bewegung in ihrer t\u00e4glichen Routine einbringen kann und wie es sich anf\u00fchlen w\u00fcrde, wenn sie dies tats\u00e4chlich tun w\u00fcrde.<\/p>\n<p>F\u00fcr Praktiker, die mehr dazu erfahren wollen, gibt es <a href=\"https:\/\/osf.io\/preprints\/psyarxiv\/7q65p\">k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichte Leitlinien bez\u00fcglich der mentalen Vorstellung zur Verhaltens\u00e4nderung.<\/a><\/p>\n<p>Translation by Theda Radtke; Rossella Falcone<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Martin S. Hagger, Curtin University, Australia and University of Jyv\u00e4skyl\u00e4, Finland and Dominic Conroy, Birkbeck University of London, UK What is mental imagery? People are usually quite good at imagining things. For example, people often act out future actions or [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":653,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"_uf_show_specific_survey":0,"_uf_disable_surveys":false,"footnotes":""},"categories":[13,18,16],"tags":[],"class_list":["post-652","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-interventions","category-mental-imagery","category-planning"],"translation":{"provider":"WPGlobus","version":"3.0.2","language":"de","enabled_languages":["en","id","my","bg","zh","hr","cz","da","de","es","fr","gr","he","it","ja","kr","lv","lt","hu","nl","no","pl","pt","ro","ru","sk","fi","sv","tr","uk"],"languages":{"en":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"id":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"my":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"bg":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"zh":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"hr":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"cz":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"da":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"de":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"es":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"fr":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"gr":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"he":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"it":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"ja":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"kr":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"lv":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"lt":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"hu":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"nl":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"no":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"pl":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"pt":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"ro":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"ru":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"sk":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"fi":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"sv":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"tr":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"uk":{"title":true,"content":true,"excerpt":false}}},"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/652","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=652"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/652\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4644,"href":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/652\/revisions\/4644"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/653"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=652"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=652"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=652"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}