{"id":4793,"date":"2026-03-30T13:07:37","date_gmt":"2026-03-30T13:07:37","guid":{"rendered":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/?p=4793"},"modified":"2026-04-13T16:17:14","modified_gmt":"2026-04-13T16:17:14","slug":"changing-minds-about-changing-behaviour","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/2026\/03\/changing-minds-about-changing-behaviour\/","title":{"rendered":"Verhaltens\u00e4nderung neu denken"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Theresa Marteau, University of Cambridge, UK<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Viele Menschen tun sich schwer damit, sich ges\u00fcnder zu ern\u00e4hren, weniger Alkohol zu trinken, mit dem Rauchen aufzuh\u00f6ren oder k\u00fcrzere Wege zu Fu\u00df oder mit dem Fahrrad statt mit dem Auto zur\u00fcckzulegen. Das gilt selbst dann, wenn ihnen bewusst ist, dass solche Ver\u00e4nderungen sowohl ihrer Gesundheit als auch dem Planeten zugutek\u00e4men. Und das betrifft nicht nur die Menschen, die wir unterst\u00fctzen wollen, sondern auch Psycholog:innen und Verhaltenswissenschaftler:innen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Scheitern ist nicht in erster Linie ein Problem mangelnder Willenskraft. Vielmehr untersch\u00e4tzen wir systematisch, wie stark unser Verhalten durch allt\u00e4gliche Umgebungen gepr\u00e4gt wird, und \u00fcbersch\u00e4tzen gleichzeitig den Einfluss von Werten, Einstellungen und Absichten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Warum Wissen nicht reicht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Man k\u00f6nnte annehmen, dass personalisierte Gesundheitsinformationen Menschen zum Handeln bewegen. Wer erf\u00e4hrt, wie hoch das eigene Risiko f\u00fcr Typ-2-Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist, m\u00fcsste doch eher sein Verhalten \u00e4ndern \u2014 oder? Die Forschung zeigt jedoch ein anderes Bild. F\u00fcnf systematische Reviews mit zahlreichen randomisiert-kontrollierten Studien kommen zu dem Schluss, dass personalisierte Risikoinformationen \u2014 <a href=\"https:\/\/www.bmj.com\/content\/352\/bmj.i1102.full\">einschliesslich genetischer Risikowerte<\/a> \u2014 das Verhalten kaum oder gar nicht ver\u00e4ndern. K\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t, Rauchen, Alkoholkonsum und ungesunde Ern\u00e4hrung bleiben weitgehend unver\u00e4ndert.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich beim Klimawandel: <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/abs\/pii\/S0959378020307676?via%3Dihub\">Klimawissenschaftler:innen<\/a> verf\u00fcgen \u00fcber sehr fundiertes Wissen, fliegen aber oft \u00e4hnlich viel wie andere Akademiker:innen. Wissen allein f\u00fchrt nur selten zu einer <a href=\"https:\/\/www.bmj.com\/content\/375\/bmj.n2293.short\">dauerhaften Verhaltens\u00e4nderung<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Umwelt macht den Unterschied<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/17437199.2016.1244647\">Dual-Process-Modelle<\/a> aus der Verhaltenswissenschaft helfen dabei, dieses Ph\u00e4nomen zu erkl\u00e4ren. Unser Verhalten wird durch zwei miteinander verkn\u00fcpfte Systeme gesteuert: ein langsames, reflektiertes und zielgerichtetes System sowie ein schnelles, automatisches und reizgesteuertes System. Das reflektierte System brauchen wir, um zu lesen, neue Kompetenzen zu erwerben oder Versuchungen zu widerstehen. Das automatische System reagiert hingegen unmittelbar auf Signale aus der Umgebung \u2014 wenn Kuchen vor uns steht, greifen wir zu. Ist unsere begrenzte reflektierte Kapazit\u00e4t bereits ausgelastet, reagiert dieses automatische System direkt auf <a href=\"https:\/\/www.science.org\/doi\/10.1126\/science.1226918\">Umweltreize<\/a>. Genau deshalb ist es oft wirksamer, die Umgebung zu ver\u00e4ndern als Einstellungen im Kopf ver\u00e4ndern zu wollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders relevant sind dabei drei Merkmale der Umgebung: <strong>Bezahlbarkeit<\/strong>, <strong>Verf\u00fcgbarkeit <\/strong>und <strong>Attraktivit\u00e4t<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bezahlbarkeit: Preise beeinflussen Verhalten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Preiserh\u00f6hungen f\u00fcr Tabak geh\u00f6ren zu den wirksamsten politischen Massnahmen zur Reduktion des Rauchens. Eine Preissteigerung um 10% <a href=\"https:\/\/www.who.int\/publications\/i\/item\/9789240112063\">senkt den Tabakkonsum<\/a> um etwa 4%. Auch <a href=\"https:\/\/jamanetwork.com\/journals\/jamanetworkopen\/fullarticle\/2792842\">Steuern auf zuckerhaltige Getr\u00e4nke<\/a> verringern den Konsum. Umgekehrt steigt der Konsum von Obst und Gem\u00fcse, wenn diese Produkte durch <a href=\"https:\/\/jamanetwork.com\/journals\/jamanetworkopen\/fullarticle\/2792845\">Subventionen<\/a> g\u00fcnstiger werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Verf\u00fcgbarkeit: Gew\u00e4hlt wird, was leicht zug\u00e4nglich ist<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In einer Studie mit 20\u2019000 Angestellten in 19 Betriebskantinen erh\u00f6hte mein Forschungsteam den Anteil kalorien\u00e4rmerer Mittagsmahlzeiten und verkleinerte gleichzeitig die Portionen kalorienreicherer Angebote. Das Ergebnis: Die Mitarbeitenden <em>kauften<\/em> <a href=\"https:\/\/journals.plos.org\/plosmedicine\/article?id=10.1371\/journal.pmed.1003743\">11,5% weniger Kalorien<\/a>, weil ges\u00fcndere Optionen einfacher verf\u00fcgbar waren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Attraktivit\u00e4t: Werbung wirkt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Werbung und Sponsoring der <a href=\"https:\/\/tobaccocontrol.bmj.com\/content\/early\/2025\/01\/22\/tc-2024-058903?trk=public_post_comment-text\">Tabak-<\/a>, <a href=\"https:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/full\/10.1111\/dar.13881\">Alkohol-<\/a> und <a href=\"https:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/full\/10.1111\/obr.13447\">Ungesunde-Lebensmittel-Industrie<\/a> eingeschr\u00e4nkt oder gestoppt werden, sinken die Attraktivit\u00e4t und Zahl gekaufter Produkte. Vergleichbare Effekte sind auch f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41558-025-02267-4\">Produkte aus fossilen Energietr\u00e4gern<\/a> zu erwarten. Auch klare Warnhinweise und der Verzicht auf Markeninszenierung k\u00f6nnen die Attraktivit\u00e4t reduzieren. So f\u00fchrten Krebswarnhinweise auf alkoholischen Getr\u00e4nken im kanadischen Yukon zu einem R\u00fcckgang der <a href=\"https:\/\/www.jsad.com\/doi\/full\/10.15288\/jsad.2020.81.225\">Alkoholverk\u00e4ufe um rund 6%<\/a>. Einheitliche Tabakverpackungen machen Warnhinweise zudem <a href=\"https:\/\/pmc.ncbi.nlm.nih.gov\/articles\/PMC4809104\/\">sichtbarer<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Warum Regulierung zentral ist<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Viele Interventionen, die das Verhalten durch Ver\u00e4nderungen allt\u00e4glicher Umgebungen beeinflussen sollen, erfordern <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S027795362500334X\">regulatorische Massnahmen<\/a>, weil sie wirtschaftlichen Interessen entgegenstehen. Vier Industrien \u2014 Tabak, Alkohol, ungesunde Lebensmittel und fossile Energietr\u00e4ger \u2014 produzieren G\u00fcter, die weltweit mit mindestens <a href=\"https:\/\/www.healthdata.org\/research-analysis\/gbd\">einem Viertel aller Todesf\u00e4lle<\/a> sowie mit dem Grossteil der <a href=\"https:\/\/ourworldindata.org\/grapher\/ghg-emissions-by-sector\">Treibhausgasemissionen<\/a> verbunden sind, die den Klimawandel vorantreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch dominieren nach wie vor Informationskampagnen und freiwillige Selbstregulierung durch die Industrie. Diese Pr\u00e4ferenz wird von den betreffenden Branchen aktiv gest\u00fctzt \u2014 durch Lobbying, durch die Finanzierung von Forschung, die Regulierung infrage stellt, und durch die Darstellung staatlicher Eingriffe als Einschr\u00e4nkung pers\u00f6nlicher Freiheit.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was sich \u00e4ndern muss<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir m\u00fcssen wissenschaftliche Evidenz und politische Entscheidungsprozesse besser vor kommerzieller Einflussnahme sch\u00fctzen. Die Tabakkontrolle liefert hierf\u00fcr ein wichtiges Vorbild. L\u00e4nder, die Artikel 5.3 des <a href=\"https:\/\/unfccc.int\/process-and-meetings\/united-nations-framework-convention-on-climate-change\">internationalen Abkommens<\/a> zur Tabakkontrolle umgesetzt haben, konnten politische Prozesse besser vor Einflussnahme der Industrie sch\u00fctzen, st\u00e4rker evidenzbasierte Massnahmen einf\u00fchren und niedrigere Raucherquoten erreichen. Diesen Schutz sollten wir auf alle Unternehmen ausweiten, deren Produkte Gesundheit und Umwelt sch\u00e4digen. Auch <a href=\"https:\/\/library.oapen.org\/handle\/20.500.12657\/93049\">B\u00fcrger:innenr\u00e4te<\/a> und andere deliberative Beteiligungsformate sind vielversprechend, weil sie sowohl den Einfluss der Bev\u00f6lkerung auf politische Entscheidungen als auch den Stellenwert wissenschaftlicher Evidenz st\u00e4rken k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Praktische Empfehlungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Fachpersonen in der Gesundheitsversorgung:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Bei der Umgebung ansetzen, nicht nur bei der Aufkl\u00e4rung.<\/strong> Wenn Sie mit Klient:innen oder Patient:innen arbeiten, richten Sie den Blick auf Umweltreize, die problematisches Verhalten ausl\u00f6sen. Statt ausschlie\u00dflich Motivation oder Wissen in den Mittelpunkt zu stellen, unterst\u00fctzen Sie Menschen dabei, ihre unmittelbare Umgebung neu zu gestalten. Zum Beispiel Obst sichtbar platzieren, stark verarbeitete Snacks au\u00dfer Sichtweite aufbewahren, Fahrr\u00e4der im Flur statt im Keller abstellen oder kleinere Teller und Gl\u00e4ser verwenden.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Ver\u00e4nderungen am Arbeitsplatz ansto\u00dfen.<\/strong> Setzen Sie sich in Ihrer Institution daf\u00fcr ein, dass ges\u00fcndere Optionen in Kantinen leichter verf\u00fcgbar und g\u00fcnstiger werden. Schon einfache Ma\u00dfnahmen, etwa pflanzenbasierte Men\u00fcs als Standard mit unkomplizierter Abwahlm\u00f6glichkeit, k\u00f6nnen Verhalten sp\u00fcrbar ver\u00e4ndern.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Public-Health-Teams:<\/p>\n\n\n\n<ol start=\"3\" class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Das Unsichtbare sichtbar machen.<\/strong> Nutzen Sie Ihre Plattformen, um deutlich zu machen, wie stark Verhalten durch Umgebungen gepr\u00e4gt wird. Treten Sie der verbreiteten Annahme entgegen, Verhaltens\u00e4nderung sei in erster Linie eine Frage von Willenskraft oder Wissen. Die Evidenz spricht daf\u00fcr, dass es vor allem um Kontexte geht, nicht nur um Einstellungen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Politik aktiv ansprechen.<\/strong> Identifizieren Sie L\u00fccken zwischen wissenschaftlicher Evidenz und bestehender Politik auf lokaler wie nationaler Ebene. Schreiben Sie politischen Entscheidungstr\u00e4ger:innen und formulieren Sie konkrete, evidenzbasierte Empfehlungen. Viele sind offen f\u00fcr fachlichen Input, besonders wenn er praxisnahe L\u00f6sungen enth\u00e4lt. Ein Beispiel: Mein Schreiben an einen britischen Gesundheitsminister f\u00fchrte zu einer Evidenzsynthese dar\u00fcber, wie sich Verhalten ver\u00e4ndern l\u00e4sst, um die <a href=\"https:\/\/www.thelancet.com\/journals\/lancet\/article\/PIIS0140-6736(19)31510-7\/fulltext\">gesunde Lebenserwartung zu erh\u00f6hen<\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>B\u00fcndnisse f\u00fcr Regulierung aufbauen.<\/strong> Vernetzen Sie sich mit Organisationen, die sich f\u00fcr evidenzbasierte Massnahmen in den Bereichen Tabak, Alkohol, Ern\u00e4hrung und Verkehr einsetzen. Gemeinsame Interessenvertretung ist entscheidend, um dem Einfluss der Industrie etwas entgegenzusetzen. Hilfreich sind insbesondere kurze, gut verst\u00e4ndliche Evidenz\u00fcbersichten, die eine st\u00e4rkere Regulierung fachlich st\u00fctzen \u2014 \u00e4hnlich wie es in der Tabakkontrolle durch koordiniertes Engagement von Expert:innen gelungen ist.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p>\u00dcbersetzt von: Walter Bierbauer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>By Theresa Marteau, University of Cambridge, UK Many of us struggle to eat more healthily, drink less alcohol, quit smoking, or walk instead of driving. This is true even when we know these changes would benefit our health and the [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":4797,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"off","_et_pb_old_content":"<strong>By Theresa Marteau, University of Cambridge, UK<\/strong>\n\nMany of us struggle to eat more healthily, drink less alcohol, quit smoking, or walk instead of driving. This is true even when we know these changes would benefit our health and the planet. It applies to psychologists and behavioural scientists as well as the people we're trying to help.\n\n<!--more-->\n\nThis struggle isn't a failure of willpower. The problem is we consistently underestimate how much our everyday environments shape our behaviour, and overestimate the power of our values and intentions.\n\n<strong>Why knowing isn't enough<\/strong>\n\nConsider personalised health predictions. Surely telling someone their exact risk of developing type 2 diabetes or heart disease would motivate change? The evidence says otherwise. Five systematic reviews including dozens of randomised controlled trials show that giving people personalised risk estimates\u2014<a href=\"https:\/\/www.bmj.com\/content\/352\/bmj.i1102.full\">including genetic risk scores<\/a>\u2014has little or no impact on their behaviour. Rates of physical activity, smoking, alcohol consumption, and unhealthy eating remain unchanged.\n\nSimilarly, <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/abs\/pii\/S0959378020307676?via%3Dihub\">climate scientists<\/a> possess detailed knowledge about climate change yet often fly as much as other academics. Knowledge alone rarely drives <a href=\"https:\/\/www.bmj.com\/content\/375\/bmj.n2293.short\">sustained behaviour change.<\/a>\n\n<strong>It\u2019s the environment<\/strong>\n\n<a href=\"https:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/17437199.2016.1244647\">Dual Process Models<\/a> from behavioural science help explain this. Our behaviour is regulated by two interacting systems. One is slow, reflective, and goal-directed. We use it to read, learn new skills, and resist temptation. The other is fast, automatic, and cue-driven\u2014when we see cake, we take it. When our limited reflective capacity is fully occupied, our automatic system responds directly to <a href=\"https:\/\/www.science.org\/doi\/10.1126\/science.1226918\">environmental cues<\/a>. This is why changing the cues around us is more powerful than trying to change what's in our heads.\n\nThe most powerful environmental cues fall under the 3 As: Affordability, Availability, and Appeal.\n\n<strong>Affordability: Price changes behaviour<\/strong>\n\nIncreasing tobacco prices is the single most effective policy to reduce smoking. A 10% price increase <a href=\"https:\/\/www.who.int\/publications\/i\/item\/9789240112063\">reduces tobacco use<\/a> by around 4 %. <a href=\"https:\/\/jamanetwork.com\/journals\/jamanetworkopen\/fullarticle\/2792842\">Soda taxes<\/a> reduce consumption of sugary drinks. Fruit and vegetable consumption increases <a href=\"https:\/\/jamanetwork.com\/journals\/jamanetworkopen\/fullarticle\/2792845\">with subsidies<\/a> to lower their price.\n\n<strong>Availability: What's accessible gets chosen<\/strong>\n\nIn a study with 20,000 employees across 19 workplace cafeterias, my research team increased the proportion of lower-calorie lunches offered and reduced portion sizes of higher-calorie meals. The result? Employees purchased <a href=\"https:\/\/journals.plos.org\/plosmedicine\/article?id=10.1371\/journal.pmed.1003743\">11.5% fewer calories<\/a> as healthier options became easier to choose.\n\n<strong>Appeal: Advertising works<\/strong>\n\nStopping advertising and sponsorships by the <a href=\"https:\/\/tobaccocontrol.bmj.com\/content\/early\/2025\/01\/22\/tc-2024-058903?trk=public_post_comment-text\">tobacco<\/a>, <a href=\"https:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/full\/10.1111\/dar.13881\">alcohol<\/a>, <a href=\"https:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/full\/10.1111\/obr.13447\">unhealthy food<\/a> industries reduces the appeal and purchasing of their products. Similar effects are expected for <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41558-025-02267-4\">fossil fuel<\/a> products. Adding clear warning labels and removing branding from products also reduces their appeal. Labels on alcohol in Yukon, Canada, clearly warning of cancer from drinking, <a href=\"https:\/\/www.jsad.com\/doi\/full\/10.15288\/jsad.2020.81.225\">reduced alcohol sales<\/a> by around 6 %. Plain packaging of tobacco renders warning labels <a href=\"https:\/\/pmc.ncbi.nlm.nih.gov\/articles\/PMC4809104\/\">more visible<\/a>.\n\n<strong>Why regulation matters<\/strong>\n\nMost interventions that alter cues in our everyday environments to change behaviour require <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S027795362500334X\">regulation<\/a> because they conflict with commercial interests. Four industries\u2014tobacco, alcohol, unhealthy food, and fossil fuels\u2014generate products that cause at least <a href=\"https:\/\/www.healthdata.org\/research-analysis\/gbd\">one in four deaths globally<\/a> each year, and the majority of <a href=\"https:\/\/ourworldindata.org\/grapher\/ghg-emissions-by-sector\">greenhouse gas emissions<\/a> warming the climate.\n\nYet information campaigns and voluntary industry self-regulation remain the favoured approaches. These industries actively promote this preference through lobbying, funding research that questions regulation, and framing government intervention as restricting freedom.\n\n<strong>What needs to change<\/strong>\n\nWe need to shield evidence and policymaking from corporate interference. Tobacco control provides a model. Countries that have adopted Article 5.3 from the <a href=\"https:\/\/unfccc.int\/process-and-meetings\/united-nations-framework-convention-on-climate-change\">international treaty<\/a> on tobacco control protected policymaking from industry interference, implemented more evidence-based policies, and have the lower rates of smoking. We need to extend this protection to cover all corporations generating products that ruin our health and wreck our planet. <a href=\"https:\/\/library.oapen.org\/handle\/20.500.12657\/93049\">Citizen Assemblies<\/a> and other forms of deliberative democracy in which citizens work collaboratively with our local or national governments also show much promise both in increasing citizens influence on policymaking and the influence of evidence.\n\n<strong>Practical Recommendations<\/strong>\n\n<strong>For healthcare practitioners<\/strong>\n<ol>\n \t<li><strong>Start with environments, not education. <\/strong>When working with clients or patients, identify the environmental cues triggering unwanted behaviours. Rather than focusing solely on motivation or knowledge, help people redesign their immediate surroundings. For example: keep fruit visible and processed snacks out of sight; place bikes in hallways rather than basements; use smaller plates and glasses.<\/li>\n \t<li><strong>Advocate for workplace changes. <\/strong>Work with your institution to increase the availability and reduce the cost of healthier options in cafeterias. Simple changes like making plant-based meals the default with easy opt-outs can significantly shift behaviour.<\/li>\n<\/ol>\n<strong>For public health teams<\/strong>\n<ol start=\"3\">\n \t<li><strong>Make the invisible visible. <\/strong>Use your platforms to communicate how environments shape behaviour. Challenge the dominant narrative that behaviour change is primarily about individual willpower or knowledge. The evidence shows it's about changing contexts, not just mindsets.<\/li>\n \t<li><strong>Engage policymakers. <\/strong>Identify gaps between evidence and policies both locally and nationally. Write to policymakers with specific recommendations backed by evidence. Many are receptive to expert input, particularly when it includes practical solutions. My letter to a UK Health Minister, for example, led to an evidence synthesis on changing behaviour to <a href=\"https:\/\/www.thelancet.com\/journals\/lancet\/article\/PIIS0140-6736(19)31510-7\/fulltext\">increase healthy life expectancy<\/a>.<\/li>\n \t<li><strong>Build coalitions for regulation. <\/strong>Connect with organisations advocating for evidence-based policies on tobacco, alcohol, food, and transport. Collective advocacy is essential for countering industry influence. Look for opportunities to provide evidence summaries that support stronger regulation, similar to how tobacco control succeeded through coordinated expert engagement with policymakers.<\/li>\n<\/ol>","_et_gb_content_width":"","_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"_uf_show_specific_survey":0,"_uf_disable_surveys":false,"footnotes":""},"categories":[22,9,13,56],"tags":[],"class_list":["post-4793","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-behavioural-theory","category-habit","category-interventions","category-public-health"],"translation":{"provider":"WPGlobus","version":"3.0.2","language":"de","enabled_languages":["en","id","my","bg","zh","hr","cz","da","de","es","fr","gr","he","it","ja","kr","lv","lt","hu","nl","no","pl","pt","ro","ru","sk","fi","sv","tr","uk"],"languages":{"en":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"id":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"my":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"bg":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"zh":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"hr":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"cz":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"da":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"de":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"es":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"fr":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"gr":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"he":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"it":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"ja":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"kr":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"lv":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"lt":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"hu":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"nl":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"no":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"pl":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"pt":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"ro":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"ru":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"sk":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"fi":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"sv":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"tr":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"uk":{"title":true,"content":true,"excerpt":false}}},"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4793","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4793"}],"version-history":[{"count":32,"href":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4793\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4853,"href":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4793\/revisions\/4853"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4797"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4793"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4793"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4793"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}