{"id":2828,"date":"2023-05-29T08:57:36","date_gmt":"2023-05-29T08:57:36","guid":{"rendered":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/?p=2828"},"modified":"2025-11-04T09:18:14","modified_gmt":"2025-11-04T09:18:14","slug":"bringing-behaviour-change-techniques-into-practice-making-use-of-available-tools","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/2023\/05\/bringing-behaviour-change-techniques-into-practice-making-use-of-available-tools\/","title":{"rendered":"<strong>Der Einsatz von Techniken zur Verhaltens\u00e4nderung in der Praxis: Verf\u00fcgbare Hilfsmittel nutzen<\/strong>"},"content":{"rendered":"<p><strong>Von Marta Moreira Marques, Neue Universit\u00e4t Lissabon (NOVA), Portugal<\/strong><\/p>\n<p>Techniken zur Verhaltens\u00e4nderung sind elementare Bausteine von Programmen, die auf die Ver\u00e4nderung von Verhalten zielen. Egal, ob Sie versuchen, jemandem zu helfen, k\u00f6rperlich aktiver zu werden, mit dem Rauchen aufzuh\u00f6ren oder sich besser an eine Medikamentenroutine zu halten: Der grundlegende Kern sind Verhaltens\u00e4nderungstechniken. Zu den g\u00e4ngigen Techniken zur Verhaltens\u00e4nderung geh\u00f6ren Dinge wie <a href=\"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/2018\/08\/how-to-set-goals-that-work\/\">Zielsetzung<\/a> und <a href=\"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/2020\/05\/stop-being-an-ostrich-the-benefits-of-helping-people-to-monitor-their-progress\/\">Selbstbeobachtung<\/a>, das Bereitstellen von Informationen \u00fcber ein Verhalten und der Umgang mit Emotionen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Viele Fachleute haben wahrscheinlich bereits eine Vielzahl dieser Techniken zur Verhaltens\u00e4nderung in der Praxis angewendet, jedoch ohne diese als solche bezeichnet zu haben. Um Klient*innen oder Patient*innen bei der Verhaltens\u00e4nderung optimal zu helfen, m\u00fcssen diese Techniken jedoch systematisch und rational angewandt werden (siehe z.B. den fr\u00fcheren Beitrag in diesem Blog &#8220;<a href=\"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/2018\/08\/how-to-set-goals-that-work\/\">Wie setzt man Ziele, die funktionieren<\/a>&#8220;). Daraus ergeben sich f\u00fcr Praktiker*innen zwei Fragen:<\/p>\n<ul>\n<li>Wie kann ich herausfinden, welche Techniken zur Verhaltens\u00e4nderung mir zur Verf\u00fcgung stehen?<\/li>\n<li>Welche Techniken zur Verhaltens\u00e4nderung sind f\u00fcr meine Klient*innen geeignet und wie kann ich diese in der Praxis anwenden?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dieser Artikel bietet einen \u00dcberblick \u00fcber einige kostenlose und leicht zug\u00e4ngliche Hilfsmittel, die Praktiker*innen dabei helfen k\u00f6nnen, diese Fragen zu beantworten und sich bei der Durchf\u00fchrung von Verhaltens\u00e4nderungsma\u00dfnahmen in der Praxis sicherer zu f\u00fchlen.<\/p>\n<p><strong>Teil 1. Identifikation verf\u00fcgbarer Verhaltens\u00e4nderungstechniken: Klassifikationssysteme<\/strong><\/p>\n<p>Da es eine gro\u00dfe Anzahl von Techniken zur Verhaltens\u00e4nderung gibt, haben Verhaltenswissenschaftler*innen Klassifizierungssysteme f\u00fcr diese Ma\u00dfnahmen entwickelt.<\/p>\n<p>Wahrscheinlich die umfassendste und am weitesten verbreitete Klassifizierung ist die <a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/23512568\/\">Behaviour Change Techniques Taxonomy (v1<\/a>), welche von Forscher*innen des Centre for Behaviour Change entwickelt wurde. Diese Taxonomie enth\u00e4lt 93 Techniken inklusive Kennzeichnung, Definition und praktischen Beispielen. Da diese Taxonomie schon umfangreich verwendet wurde, ist es jetzt relativ einfach, eine \u00dcbersicht der am h\u00e4ufigsten verwendeten und wirksamsten Techniken zu finden &#8211; f\u00fcr verschiedene Gesundheitsverhaltensweisen, in verschiedenen Kontexten und in verschiedenen Bev\u00f6lkerungsgruppen. Diese Taxonomie wird derzeit in andere Sprachen \u00fcbersetzt, um ihre Verwendung durch Fachleute in aller Welt zu erleichtern (z.B. <a href=\"https:\/\/osf.io\/8hdjk\/files\/osfstorage\/63ea8727eeb8ff03e22113e5\">Portugiesische Version<\/a>). Das Centre for Behaviour Change verf\u00fcgt \u00fcber eine <a href=\"https:\/\/www.bct-taxonomy.com\/\">Online-Datenbank<\/a> mit Interventionen, die sich auf diese Taxonomie st\u00fctzen, \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.bct-taxonomy.com\/\">Online-Schulungen<\/a>, eine <a href=\"https:\/\/play.google.com\/store\/apps\/details?id=com.BCTTaxonomy\">Smartphone-App<\/a> und andere wichtige Ressourcen, um weitere Informationen zu erhalten.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus gibt es weitere Klassifizierungssysteme, die je nach Ziel der Intervention hilfreich sein k\u00f6nnen. Wenn es haupts\u00e4chlich darum geht, Personen bei der Auswahl geeigneter selbstgesteuerter Techniken zu unterst\u00fctzen, beispielsweise im Rahmen des Selbstmanagements einer chronischen Erkrankung, dann k\u00f6nnen Sie ein Kompendium von 123 Techniken konsultieren. Das Kompendium beinhaltet einen <a href=\"https:\/\/static-content.springer.com\/esm\/art%3A10.1038%2Fs41562-019-0798-9\/MediaObjects\/41562_2019_798_MOESM1_ESM.pdf\">Werkzeugkasten<\/a>, in dem die Techniken und die M\u00f6glichkeiten ihrer Anwendung in Laiensprache beschrieben werden.<\/p>\n<p><strong>Teil 2. Umsetzung von Techniken zur Verhaltens\u00e4nderung in die Praxis: Kompetenzen und Training<\/strong><\/p>\n<p>Eine Frage, die sich aus dem Lesen des ersten Abschnitts dieses Artikels ergeben kann, lautet: &#8220;OK, jetzt wei\u00df ich, wie ich Hilfsmittel nutzen kann um verschiedene Techniken zur Verhaltens\u00e4nderung zu finden. Aber woher wei\u00df ich, welche genau ich anwenden soll und wie lerne ich diese umzusetzen?&#8221; Tats\u00e4chlich erfordert die Unterst\u00fctzung f\u00fcr Verhaltens\u00e4nderungen und die Anwendung von Techniken zur Verhaltens\u00e4nderung Kompetenzen, die auch f\u00fcr den Einsatz anderer therapeutischer Werkzeuge erforderlich sind.<\/p>\n<p>Sogenannte Kompetenzrahmen beschreiben Kompetenzen, die f\u00fcr die Anwendung verschiedener Techniken zur Verhaltens\u00e4nderung erforderlich sind.\u00a0 Im europ\u00e4ischen Kontext wurde ein umfassender <a href=\"https:\/\/bmcmededuc.biomedcentral.com\/articles\/10.1186\/s12909-021-02720-w\">professioneller Kompetenzrahmen<\/a> f\u00fcr Fachpersonen in Gesundheitsberufen und anderen Berufsgruppen entwickelt, welche Verhaltens\u00e4nderungen und das Selbstmanagement chronischer Krankheiten unterst\u00fctzen. Dieser Rahmen benennt eine Reihe von Kernkompetenzen, die f\u00fcr die Unterst\u00fctzung von Verhaltens\u00e4nderungen zentral sind, und identifiziert die n\u00fctzlichsten Techniken zur \u00c4nderung von Verhaltensweisen wie Ern\u00e4hrung, k\u00f6rperliche Bewegung und Medikamentenadh\u00e4renz.<\/p>\n<p>Weitere wichtige Ressourcen, welche im Rahmen der Initiative <a href=\"https:\/\/www.train4health.eu\/\">Train4Health<\/a> geschaffen wurden, sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Ein <a href=\"https:\/\/www.nau.edu.pt\/en\/course\/behaviour-change-support-for-the-self-management-of-chronic-dise\/\">frei zug\u00e4nglicher Online-Kurs<\/a> zur Schulung von Fachpersonen in Gesundheitsberufen und anderen Berufsgruppen sowie von Studierenden zur Unterst\u00fctzung von Verhaltens\u00e4nderungen (einschlie\u00dflich der Anwendung von Verhaltens\u00e4nderungstechniken) beim Umgang mit chronischen Erkrankungen;<\/li>\n<li>Eine <a href=\"https:\/\/www.train4health.eu\/simulation\/login?next=%2Fsimulation%2F\">Webapplikation<\/a>, welche ein gesch\u00fctztes Umfeld f\u00fcr die Schulung der Unterst\u00fctzung von Verhaltens\u00e4nderungen bietet. In dieser App \u00fcbernehmen die Benutzer*innen die Rolle einer Fachperson in Gesundheitsberufen oder einer anderen Berufsgruppe und interagieren mit fiktiven, virtuellen Menschen (2D), welche Personen mit chronischen Krankheiten simulieren;<\/li>\n<li>Ein <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/book\/10.1007\/978-3-031-20010-6\">frei zug\u00e4ngliches Buch<\/a> mit Beispielen und Anleitungen f\u00fcr die Umsetzung dieser Techniken.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Praktische Empfehlungen:<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li><strong>Nehmen Sie sich Zeit, um sich \u00fcber die Nutzung von Techniken zur Verhaltens\u00e4nderung zu informieren:<\/strong> Das Beherrschen von Verhaltens\u00e4nderungstechniken, einschlie\u00dflich der Frage, welche Techniken in verschiedenen Situationen eingesetzt werden sollten, kann den Erfolg der Unterst\u00fctzung der Verhaltens\u00e4nderungen enorm erleichtern und steigern, selbst bei kurzen Begegnungen mit Klient*innen. Probieren Sie es in Ihrem eigenen Tempo aus.<\/li>\n<\/ol>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong>Suchen Sie nach M\u00f6glichkeiten, die Anwendung von Verhaltens\u00e4nderungstechniken zu trainieren:<\/strong> Die hier zur Verf\u00fcgung gestellten Ressourcen bieten einen guten Einstieg, aber damit ist es nicht getan. Organisieren Sie interne Schulungen oder wenden Sie sich an Berufsverb\u00e4nde! Dies wird Ihnen helfen, sich die n\u00f6tigen F\u00e4higkeiten f\u00fcr die Anwendung von Techniken zur Verhaltens\u00e4nderung in der Praxis anzueignen. In einigen L\u00e4ndern gibt es bereits Schulungen und andere Ressourcen, die von professionellen und akademischen Institutionen angeboten werden. Sie k\u00f6nnen sich auch an die nationalen Delegierten der <a href=\"https:\/\/ehps.net\/national-delegates\/\">European Health Psychology Society<\/a> wenden, wenn Sie weitere Informationen \u00fcber die in Ihrem Land verf\u00fcgbaren Ausbildungsm\u00f6glichkeiten erhalten m\u00f6chten.<\/li>\n<\/ol>\n<p>\u00dcbersetzt von Bianca B\u00fcrli und Dr. Theresa Pauly<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>By Marta Moreira Marques, NOVA University of Lisbon, Portugal Behaviour change techniques are the building blocks of behavior change interventions. 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