{"id":2526,"date":"2022-08-25T11:45:13","date_gmt":"2022-08-25T11:45:13","guid":{"rendered":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/?p=2526"},"modified":"2025-11-04T14:00:49","modified_gmt":"2025-11-04T14:00:49","slug":"2526","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/2022\/08\/2526\/","title":{"rendered":"Lost (and found) in translation: Effektive Kommunikation mit Patient*innen"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-weight: 400;\">Von Zuzana Dankulincova, Pavol Jozef Safarik Universit\u00e4t, Slowakei<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die meisten Wissenschaftler*innen sind sich zwar bewusst, dass die Verbreitung von Studienergebnissen Teil ihrer ethischen Verantwortung gegen\u00fcber den Studienteilnehmer*innen ist (und w\u00fcnschen sich, dass ihre Forschungsergebnisse klare, praktische Implikationen haben), doch kann der \u00dcbergang von der Kenntnis der Ergebnisse zur breiten <\/span><a href=\"https:\/\/implementationscience.biomedcentral.com\/articles\/10.1186\/1748-5908-7-50\"><span style=\"font-weight: 400;\">Anwendung lange dauern<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden nicht immer in der t\u00e4glichen Praxis angewandt; und wenn doch, dann geschieht dies in der Regel nicht konsequent oder systematisch.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Warum ist das so? Die schiere Anzahl von Studien, Interventionen und Empfehlungen, die es zu beachten gilt, kann f\u00fcr Gesundheitsdienstleistende \u00fcberw\u00e4ltigend sein. \u00dcberlegen Sie sich bei der Durchsicht von Erkenntnissen und Empfehlungen, wie <\/span><a href=\"https:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/abs\/10.1002\/chp.47\"><span style=\"font-weight: 400;\">relevant die Erkenntnisse f\u00fcr Ihren lokalen Kontext sind<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">. Ist der, in den Empfehlungen der Studien beschriebene, Kontext mit dem Ihren vergleichbar? Verf\u00fcgen Sie \u00fcber alle notwendigen Mittel, um die Empfehlungen umzusetzen, oder fehlt es Ihnen an erforderlichen Ressourcen und F\u00e4higkeiten? Haben Ihre Patient*innen was sie zur Umsetzung der Empfehlungen ben\u00f6tigen? Selbst die am besten konzipierte und vielversprechendste Intervention wird nicht wirksam sein, wenn sie nicht zu Ihren Patient*innen und Ihrem Umfeld &#8220;passt&#8221;. Zum Beispiel k\u00f6nnte es problematisch sein, Patient*innen ohne Smartphone beziehungsweise ohne Computer oder mit geringen digitalen Kenntnissen eine E-health Intervention zu empfehlen.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ein weiterer entscheidender Aspekt des Wissenstransfers ist die Interaktion zwischen denjenigen, die das Wissen nutzen (z.B. Patient*innen), und denjenigen, die \u00fcber das Wissen verf\u00fcgen und es weitergeben (z.B. Gesundheitsdienstleistende). Egal, wie gut wir unsere Empfehlungen vermitteln, sie werden nicht die gew\u00fcnschte Wirkung erzielen, wenn sie f\u00fcr die Patient*innen nicht relevant oder n\u00fctzlich sind. Zuh\u00f6ren ist eine Schl\u00fcsselkomponente der Wissensvermittlung. Eine Person, der zugeh\u00f6rt wird, kann ihre Weisheit nutzen und Dinge aus einer neuen Perspektive sehen. <\/span><a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pmc\/articles\/PMC4951737\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Je besser wir Patient*innen und Klient*innen zuh\u00f6ren<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">, desto besser k\u00f6nnen wir auf ihre Bed\u00fcrfnisse eingehen, und desto wahrscheinlicher ist es, dass unsere Botschaften geglaubt, gemocht und schlie\u00dflich befolgt werden. Um dies zu erreichen, sollten Sie aktiv zuh\u00f6ren, was Ihre Patient*innen zu sagen haben, ohne ihnen Ihre Erwartungen aufzudr\u00e4ngen, und sich ausreichend Zeit f\u00fcr sie nehmen, ohne sie zu unterbrechen. Verwenden Sie nach M\u00f6glichkeit offene Fragen, passen Sie sich dem Wissensstand Ihrer Patient*innen an und vermeiden Sie medizinische Fachbegriffe. Wenn medizinische Fachausdr\u00fccke verwendet werden m\u00fcssen, vergewissern Sie sich, dass diese verstanden werden, und wenn nicht, erkl\u00e4ren Sie die verwendeten Begriffe.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Dar\u00fcber hinaus sollten <\/span><a href=\"https:\/\/implementationscience.biomedcentral.com\/articles\/10.1186\/s13012-018-0726-9\"><span style=\"font-weight: 400;\">Sie sich selbst<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> und <\/span><a href=\"https:\/\/academic.oup.com\/her\/article\/21\/2\/239\/671343\"><span style=\"font-weight: 400;\">Ihre Patient*innen oder Klient*innen<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> nach Faktoren fragen, die Sie daran hindern k\u00f6nnten, eine bestimmte Intervention erfolgreich anzubieten, oder die Patient*innen daran hindern k\u00f6nnten, die Intervention erfolgreich umzusetzen. Um eine Ver\u00e4nderung, eine Messung oder eine Intervention erfolgreich umzusetzen, sollten Sie sich im Vorfeld \u00fcber m\u00f6gliche Hindernisse Gedanken machen. Auch wenn Sie wahrscheinlich nicht alle aufz\u00e4hlen k\u00f6nnen, sollten Sie sich gen\u00fcgend Zeit nehmen, um mit Ihren Patient*innen dar\u00fcber nachzudenken, was schief gehen k\u00f6nnte, warum und wie es verhindert oder gel\u00f6st werden k\u00f6nnte. Wenn Ihr*e Patient*in beispielsweise beschliesst, die Ern\u00e4hrung umzustellen, k\u00f6nnte es wichtig sein, dar\u00fcber zu sprechen, ob das Essen selbst zubereitet oder ob in Restaurants oder Kantinen gegessen wird. Wenn das Essen zu Hause zubereitet wird, ist daf\u00fcr gen\u00fcgend Zeit? Wenn die Zeit knapp ist, wie l\u00e4sst sich das Problem l\u00f6sen? Wenn die Person plant, in Restaurants oder Kantinen zu essen, wird sie dann eine Auswahl an geeigneten Lebensmitteln haben? Es ist immer gut, verschiedene Szenarien gemeinsam durchzudenken und m\u00f6gliche Probleme gezielt zu bewerten oder die Patient*innen zu ermutigen, dies im Rahmen der Planung selbst zu tun.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Sobald die relevante Intervention ausgew\u00e4hlt und auf die Patient*innen und den Kontext zugeschnitten ist, und zudem m\u00f6gliche Hindernisse ber\u00fccksichtigt wurden, ist es an der Zeit, die Intervention umzusetzen. Halten Sie Ihre Intervention so klar und so pr\u00e4gnant wie m\u00f6glich. Wenn Sie die Patient*innen beispielsweise dazu ermutigen wollen, einen Aktionsplan f\u00fcr Bewegung zu erstellen, sollten Sie diese ermutigen zu spezifizieren, wann, wo und wie sie dies tun m\u00f6chten. Es ist erwiesen, dass eine Ver\u00e4nderung wahrscheinlicher ist, wenn es sich <\/span><a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/abs\/pii\/S0065260106380021\"><span style=\"font-weight: 400;\">um geplante und gezielte Interventionen<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> handelt.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Umsetzung alleine reicht jedoch nicht aus, Sie m\u00fcssen auch wissen, ob die Intervention funktioniert. Ein wichtiger abschliessender Schritt ist das Einholen von Feedback inklusive Bewertung, damit Sie diese in Zukunft ber\u00fccksichtigen k\u00f6nnen. Fragen Sie Ihre Patient*innen nach ihren Fortschritten, was bei ihnen funktioniert, und wenn sie Schwierigkeiten haben, die Empfehlungen zu befolgen oder sich an die Ma\u00dfnahmen zu halten, besprechen Sie mit ihnen, was die Ursache f\u00fcr die Probleme sein k\u00f6nnte und welche L\u00f6sungen sie umsetzen k\u00f6nnten.\u00a0<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Praktische Empfehlungen:<\/b><\/p>\n<ol>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><b>Finden Sie Wissen, welches f\u00fcr Ihren lokalen Kontext relevant ist<\/b><span style=\"font-weight: 400;\"> &#8211; finden Sie Ihre Quelle f\u00fcr relevante und valide Informationen und bewerten Sie die Relevanz und Angemessenheit der Erkenntnisse f\u00fcr Ihre Patient*innen und Ihren Kontext.<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><b>Kommunizieren Sie effektiv<\/b><span style=\"font-weight: 400;\"> &#8211; er\u00f6ffnen Sie einen effektiven Interaktions- und Kommunikationskanal mit Ihren Patient*innen und h\u00f6ren Sie zu, ohne den Patient*innen Ihre Vorstellungen derer Bed\u00fcrfnisse aufzuzwingen.<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><b>Denken Sie \u00fcber Hindernisse nach und fragen Sie nach ihnen<\/b><span style=\"font-weight: 400;\"> &#8211; \u00fcberlegen Sie gemeinsam mit Ihren Patient*innen, was schiefgehen k\u00f6nnte, warum und wie dies verhindert werden kann.<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><b>Planen Sie Ihre Intervention klar und pr\u00e4zise<\/b><span style=\"font-weight: 400;\"> \u2013 eine Ver\u00e4nderung ist wahrscheinlicher, wenn die Intervention geplant und zielgerichtet ist.<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><b>Holen Sie Feedback<\/b> <b>ein &#8211;<\/b><span style=\"font-weight: 400;\"> Sammeln Sie Informationen dar\u00fcber, wie die Intervention verl\u00e4uft, und nutzen Sie diese, um sie in Zukunft zu verbessern.<\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u00dcbersetzt von Dr. Karoline Villinger und Bianca B\u00fcrli<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>By Zuzana Dankulincova, Pavol Jozef Safarik University, Slovakia While most researchers are aware that disseminating study results is part of their ethical responsibility to research participants (and wish for their research findings to have clear, practical implications), the transition from 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