{"id":1197,"date":"2019-01-14T13:23:07","date_gmt":"2019-01-14T13:23:07","guid":{"rendered":"http:\/\/practicalhealthpsychology.com\/?p=1197"},"modified":"2025-11-04T14:28:37","modified_gmt":"2025-11-04T14:28:37","slug":"motivation-and-the-first-steps-toward-physical-activity","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/2019\/01\/motivation-and-the-first-steps-toward-physical-activity\/","title":{"rendered":"Motivation und die ersten Schritte in Richtung k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Von Keegan Knittle, University of Helsinki, Finnland<\/strong><\/h3>\n<p>Folgend \u00a0eine g\u00e4ngige Geschichte aus der Grundversorgung: Eine Person, die eindeutig von mehr k\u00f6rperlicher Aktivit\u00e4t profitieren w\u00fcrde, kommt in die Klinik. Wir besprechen ihre k\u00f6rperliche (In)Aktivit\u00e4t und am Ende sagt die Person, dass sie einfach nicht motiviert ist, sich zu \u00e4ndern. Was soll der Arzt\/die \u00c4rztin nun tun? Wie k\u00f6nnen wir diese Person motivieren, zumindest in Betracht zu ziehen, ihr Verhalten zum Besseren zu \u00e4ndern? Oder noch besser, wie k\u00f6nnen wir ihnen helfen, gute Absichten zu entwickeln, aktiv zu sein?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>In Konsultationen mit &#8220;unmotivierten&#8221; Personen bieten \u00c4rzte\/\u00c4rztinnen in der Regel zun\u00e4chst Informationen \u00fcber die Vorteile von k\u00f6rperlicher Aktivit\u00e4t. Sie k\u00f6nnten den Personen auch raten, aktiver zu werden, dabei aber vergessen, die Trainingspr\u00e4ferenzen des Einzelnen zu ber\u00fccksichtigen.\u00a0 Diese Informations- und Beratungsanstrengungen sind zwar gut gemeint, werden aber wahrscheinlich keine wirklichen Ver\u00e4nderungen bewirken. <a href=\"https:\/\/jamanetwork.com\/journals\/jamainternalmedicine\/fullarticle\/210549\">Wenn 26 k\u00f6rperlich inaktive Personen eine Beratung zu k\u00f6rperlicher Aktivit\u00e4t erhalten<\/a>, stehen die Chancen gut, dass nur einer\/eine von ihnen sp\u00e4ter das empfohlenen Level f\u00fcr k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t erreicht.<\/p>\n<p>Andere \u00c4rzte\/\u00c4rztinnen nehmen ihre Beratungsfunktion ernster, gehen einen Schritt weiter und treiben Personen zu einer Ver\u00e4nderung an, indem sie Dinge sagen wie &#8220;Du musst dich \u00e4ndern&#8221; oder &#8220;Du musst jetzt aktiver werden&#8221;.\u00a0 Diese energischeren Ans\u00e4tze zur F\u00f6rderung der k\u00f6rperlichen Aktivit\u00e4t k\u00f6nnen aber auch nach hinten losgehen und dazu f\u00fchren, den Widerstand der Person gegen eine Ver\u00e4nderung zu erh\u00f6hen.\u00a0 Unter extremen Umst\u00e4nden k\u00f6nnte ein Arzt\/eine \u00c4rztin sogar versuchen, der Person Angst einzujagen, indem er\/sie die negativen gesundheitlichen Folgen einer Nicht\u00e4nderung aufz\u00e4hlt. Bem\u00fchungen, <a href=\"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/2017\/03\/fear-is-a-bad-counselor\/\">Personen Angst einzujagen<\/a>, damit sie sich ver\u00e4ndern, sind in der Regel <a href=\"https:\/\/pdfs.semanticscholar.org\/4a85\/c5237647e72c930748dd70b62a7aae1869ca.pdf\">ineffektiv<\/a>, es sei denn, der oder die Einzelne sieht sich selbst als in der Lage, eine Ver\u00e4nderung vorzunehmen. Die Frage bleibt also offen: Was ist der beste Weg, um Personen zu motivieren, ihre k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t zu steigern?<\/p>\n<p>Im Jahr 2018 ver\u00f6ffentlichte <a href=\"https:\/\/www.helsinki.fi\/en\/researchgroups\/behaviour-change-and-wellbeing\">unsere Gruppe<\/a> eine gro\u00dfe <a href=\"https:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/abs\/10.1080\/17437199.2018.1435299\">Meta-Analyse<\/a>, mit welcher wir versuchten, diese Frage zu beantworten. Zuerst betrachteten wir mehr als 100 verschiedene Ma\u00dfnahmen zur F\u00f6rderung der k\u00f6rperlichen Aktivit\u00e4t und identifizierten die Techniken zur Verhaltens\u00e4nderung, die jeweils enthalten waren. Dann versuchten wir zu identifizieren, welche Techniken der Verhaltens\u00e4nderung zu einer Erh\u00f6hung der Motivation f\u00fcr k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t f\u00fchrten. Die Ergebnisse zeigten zwei Hauptgruppen von Verhaltens\u00e4nderungstechniken, welche die Motivation zu erh\u00f6hen scheinen.<\/p>\n<p>Die erste Gruppe bestand aus <a href=\"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/2018\/07\/self-regulation-from-theory-to-practice-supporting-your-patients-goals-for-change\/\">Selbstregulierungstechniken<\/a>. In unseren Analysen hatten Selbstregulierungstechniken (d.h. Selbst\u00fcberwachung des k\u00f6rperlichen Aktivit\u00e4tsniveaus, Feedback zur Leistung, Festlegung von k\u00f6rperlichen Aktivit\u00e4tszielen, Erstellung von <a href=\"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/2017\/04\/the-power-of-planning\/\">Handlungspl\u00e4nen<\/a> und Anwendung von Probleml\u00f6sungsstrategien zur \u00dcberwindung von Hindernissen bei k\u00f6rperlicher Aktivit\u00e4t) alle Auswirkungen auf die Motivation.\u00a0 Dar\u00fcber hinaus erh\u00f6hten Interventionen, die Selbst\u00fcberwachung in Verbindung mit mindestens einer anderen Selbstregulierungstechnik verwendeten, die Motivation st\u00e4rker als andere Interventionen.\u00a0 Fr\u00fchere Studien haben gezeigt, dass Selbstregulierungstechniken bei der Verhaltens\u00e4nderung (z.B. k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t, Ern\u00e4hrung, <a href=\"https:\/\/www.frontiersin.org\/articles\/10.3389\/fpsyg.2017.00915\/full\">Rauchen<\/a>) sehr wichtig sind und unsere Studie hat gezeigt, dass diese auch zur Steigerung der Motivation sehr wichtig sind. Daher kann es dabei helfen, aktiver zu werden und sich motivierter zu f\u00fchlen, wenn sie Menschen dazu bringen, einige Selbstregulierungstechniken auszuprobieren.<\/p>\n<p>Die zweite Gruppe bestand aus Verhaltens\u00e4nderungstechniken im Zusammenhang mit der Teilnahme an Trainingskursen, einschlie\u00dflich Anweisungen zur Durchf\u00fchrung k\u00f6rperlicher Aktivit\u00e4t, Demonstrationen und M\u00f6glichkeiten, neue Arten der k\u00f6rperlichen Aktivit\u00e4t zu \u00fcben.\u00a0 Interventionen, die diese Reihe von Techniken beinhalteten, und Interventionen, die pers\u00f6nlich oder an Gruppen von Menschen durchgef\u00fchrt wurden, f\u00fchrten zu einer Erh\u00f6hung der Motivation f\u00fcr k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t. Dies kann auf die soziale Unterst\u00fctzung durch die Trainer und Trainerinnen oder auf die M\u00f6glichkeiten des sozialen Vergleichs (und Spass haben) durch andere Teilnehmende der Klasse zur\u00fcckzuf\u00fchren sein.\u00a0 W\u00e4hrend es f\u00fcr eine inaktive Person entmutigend erscheinen mag, sofort in eine Gruppen\u00fcbungsklasse zu springen, gibt es gute Chancen, dass dies ihre Motivation, aktiv zu sein, erh\u00f6hen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Zusammenfassend l\u00e4sst sich sagen, dass es keine zu 100% erfolgreichen Wege gibt, jemanden zu motivieren, k\u00f6rperlich aktiv zu werden. Unsere Forschung zeigt aber, dass die F\u00f6rderung der Selbstregulierung und die Teilnahme an Trainingskursen ein guter Anfang sein k\u00f6nnten.\u00a0 Wenn Sie also das n\u00e4chste Mal mit einem Kunden\/einer Kundin oder Patienten\/Patientin konfrontiert werden, der\/die davon profitieren w\u00fcrde, sich ein wenig mehr zu bewegen, probieren Sie einige der folgenden praktischen Tipps aus. Sie funktionieren vielleicht nicht f\u00fcr alle Individuen, aber zumindest geben sie Ihnen ein paar weitere Werkzeuge, die Sie in Ihren Bem\u00fchungen, andere zu motivieren, einsetzen k\u00f6nnen. Fr\u00f6hliches motivieren!<\/p>\n<p>Praktische Empfehlungen<\/p>\n<ol>\n<li><strong>\u00dcberwachen\/Kontrolle<\/strong>. Bitten Sie Einzelpersonen, ihre k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t mit <a href=\"https:\/\/www.clinicaladvisor.com\/10-fitness-apps-to-encourage-physical-activity\/slideshow\/2438\/\">einer App<\/a>, einem <a href=\"https:\/\/uk.pcmag.com\/fitness-trackers\/159\/the-best-fitness-trackers\">Aktivit\u00e4ts-Tracker<\/a> oder einem <a href=\"http:\/\/www.uhs.nhs.uk\/Media\/SUHTInternet\/Services\/Maternity\/Physical-activity-diary.pdf\">Papiertagebuch<\/a> zu verfolgen. Bieten Sie ihnen einen Ausdruck an, der einige M\u00f6glichkeiten der Selbst\u00fcberwachung auflistet, die Sie selbst empfehlen w\u00fcrden.<\/li>\n<li><strong>\u00dcberpr\u00fcfen.<\/strong> Lassen Sie einzelne Personen ihre Selbstkontrolle \u00fcberpr\u00fcfen, um zu sehen, ob sie so aktiv sind, wie sie dachten und um festzustellen, wann k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t in ihren Zeitplan passen k\u00f6nnte.<\/li>\n<li><strong><a href=\"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/2018\/08\/how-to-set-goals-that-work\/\">Ziele setzen<\/a><\/strong> und <strong><a href=\"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/2017\/04\/the-power-of-planning\/\">Pl\u00e4ne aufstellen<\/a><\/strong>. Lassen Sie die einzelnen Personen ein Aktivit\u00e4tsziel festlegen, das im Hinblick auf das, was sie derzeit tun (von Schritt 1 und 2 oben), realistisch ist, und einen Plan erstellen, wann, wo und wie sie dieses erreichen werden.<\/li>\n<li><strong>Just do it<\/strong>. Bieten Sie den einzelnen Personen eine Liste verschiedener Sportarten, Erwachsenensportvereine oder Parkanlagen in der Umgebung an und helfen Sie ihnen, die f\u00fcr sie interessantesten Aktivit\u00e4tsm\u00f6glichkeiten auszuw\u00e4hlen. Machen Sie erkennbar, dass der Einstieg sehr schwierig ist, es aber dabei helfen kann, sich motivierter zu f\u00fchlen.<\/li>\n<li><strong>Konzentration auf die Motivation. <\/strong>Lassen Sie die einzelnen Personen wissen, dass es normal ist, sich unmotiviert zu f\u00fchlen und dass Forschungsergebnisse darauf hindeuten, dass diese Strategien helfen k\u00f6nnen, aktiver zu werden und gleichzeitig die Motivation zu steigern.<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong><em>[\u00dcbersetzt von Dr. phil. Janina L\u00fcscher und Laila Susin]<\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>By Keegan Knittle, University of Helsinki, Finland Here\u2019s a familiar story from primary care: an individual who would clearly benefit from more physical activity comes into the clinic. 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