{"id":1192,"date":"2019-01-14T12:59:00","date_gmt":"2019-01-14T12:59:00","guid":{"rendered":"http:\/\/practicalhealthpsychology.com\/?p=1192"},"modified":"2025-11-04T14:30:04","modified_gmt":"2025-11-04T14:30:04","slug":"positive-psychology-interventions-at-work","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/2019\/01\/positive-psychology-interventions-at-work\/","title":{"rendered":"Interventionen der Positiven Psychologie bei der Arbeit"},"content":{"rendered":"<p><strong>Von Alexandra Michel, Bundesanstalt f\u00fcr Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Deutschland and Annekatrin Hoppe<sup>, <\/sup>Humboldt Universit\u00e4t zu Berlin, Deutschland<\/strong><\/p>\n<p>Angestellte Personen verbringen einen Gro\u00dfteil ihrer Wachzeit bei der Arbeit. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Reduzierung der Anforderungen und die Erh\u00f6hung der Ressourcen (z.B. Autonomie, soziale Unterst\u00fctzung, Selbstwirksamkeit) am Arbeitsplatz wichtig sind, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Wohlbefinden und Gesundheit der Angestellten zu f\u00f6rdern. In den letzten Jahren hat die Forschung nicht nur M\u00f6glichkeiten zur Behebung der negativen Folgen von Arbeitsstress untersucht, sondern auch M\u00f6glichkeiten zur F\u00f6rderung von Ressourcen zur Verbesserung des Wohlbefindens der Mitarbeitenden am Arbeitsplatz. Insbesondere die Einf\u00fchrung positiver <a href=\"https:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/full\/10.1111\/joop.12131\">psychologischer Interventionen am Arbeitsplatz<\/a> ist ein neuer Weg in der Arbeits- und Organisationspsychologie. Positive psychologische Interventionen konzentrieren sich auf den Aufbau von Ressourcen und die Vermeidung von Ressourcenverlust und umfassen <a href=\"http:\/\/sonjalyubomirsky.com\/wp-content\/themes\/sonjalyubomirsky\/papers\/SL2009.pdf\">Aktivit\u00e4ten<\/a>, die darauf abzielen, positive Gef\u00fchle, Verhaltensweisen und Kognitionen zu kultivieren. In diesem Blogbeitrag stellen wir drei Ans\u00e4tze vor, die den Angestellten helfen k\u00f6nnen, ihre Ressourcen aufzubauen und das Wohlbefinden am Arbeitsplatz zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<ol>\n<li><strong><em> Wie kann ich mehr positive Aspekte meiner Arbeit sehen, erleben und sch\u00e4tzen? <\/em><\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Kognitive Strategien wie optimistisches Denken und das Sch\u00e4tzen positiver Erfahrungen am Arbeitsplatz k\u00f6nnen Angestellten helfen, positive Emotionen zu erzeugen und sich besser zu f\u00fchlen. In unserer <a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/27936830\">Interventionsstudie<\/a> haben wir Pfleger und Pflegerinnen gebeten, \u00fcber ein positives und bedeutungsvolles Ereignis nachzudenken, das sie bei der Arbeit erlebt haben. Dies kann eine positive Interaktion mit Patienten und Patientinnnen, ein nettes Gespr\u00e4ch mit einem Kollegen oder einer Kollegin oder ein Behandlungserfolg sein. Wir baten die Pfleger und Pflegerinnen, \u00fcber dieses positive Ereignis nachzudenken und ihre positiven Erfahrungen zu genie\u00dfen. Diese f\u00fcnfmin\u00fctige, audiounterst\u00fctzte \u00dcbung wurde an zehn aufeinanderfolgenden Arbeitstagen wiederholt. Nach dem Interventionszeitraum hatten die Pfleger und Pflegerinnen in der Interventionsgruppe ein geringeres Ma\u00df an M\u00fcdigkeit und emotionaler Ersch\u00f6pfung als die Pfleger und Pflegerinnen in der Kontrollgruppe. Vor allem Pflegekr\u00e4fte mit hohem Erholungsbedarf, wie z.B. Energiemangel, profitierten von der positiven Denkweise.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong><em> Wie kann ich w\u00e4hrend der Arbeit neue Energie gewinnen? Der Vorteil von Ruhepausen <\/em><\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Arbeitsanforderungen k\u00f6nnen die Energie der Angestellten belasten und zu geringerem Arbeitsengagement sowie zu Ersch\u00f6pfung und M\u00fcdigkeit f\u00fchren. Eine kurze Pause von der Arbeit erm\u00f6glicht es den Angestellten, ihre Aufmerksamkeit vor\u00fcbergehend von den Arbeitsaufgaben abzuwenden, um neue Energie zu erhalten und aufzubauen. Wir haben zwei Kurzpausenaktivit\u00e4ten <a href=\"https:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/1359432X.2017.1348348\">entwickelt<\/a>: Eine simulierte genussvolle Naturaktivit\u00e4t (z.B. das H\u00f6ren von Naturger\u00e4uschen wie Vogelgesang oder Wellen); und eine progressive Muskelentspannungsaktivit\u00e4t. Wir klassifizieren eine solch kurze Pause &#8220;als Mikrointervention&#8221;, die am Arbeitsplatz durchgef\u00fchrt werden kann und die den Angestellten eine Pause von der Arbeit gibt, w\u00e4hrend die Aufmerksamkeit von den Arbeitsaufgaben ablenkt ist. In <a href=\"https:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/1359432X.2017.1348348\">unserer Studie<\/a> wurden die Angestellten zuf\u00e4llig entweder der Gruppe \u201egenie\u00dferische Natur\u201c oder der Gruppe \u201eprogressive Muskelentspannung\u201c zugeordnet. Die Ergebnisse zeigen, dass diese beiden kurzen t\u00e4glichen Ruhepausen, die leicht in den Arbeitsalltag eingef\u00fchrt werden k\u00f6nnen, die Kraft der Angestellten erh\u00f6hen und ihre M\u00fcdigkeit \u00fcber einen Zeitraum von zehn Arbeitstagen verringern.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong><em> Wie kann ich von der Arbeit abschalten und eine gute Balance zwischen Berufs- und Privatleben finden? <\/em><\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Angestellte, die in ihrer Freizeit an arbeitsbezogene Themen denken und sich emotional damit besch\u00e4ftigen, haben es oft schwer, sich von der Arbeit zu l\u00f6sen oder geistig abzuschalten. Dies kann zu einer verminderten Work-Life-Balance f\u00fchren. In Anlehnung an die <a href=\"http:\/\/psycnet.apa.org\/record\/2001-14444-001\">Boundary-Theorie<\/a> haben wir eine Intervention konzipiert, die es Angestellten erm\u00f6glicht, ihren individuellen Weg zu finden, beide Lebensbereiche zu integrieren oder zu trennen. Unsere <a href=\"https:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/full\/10.1111\/joop.12072\">Online-Intervention<\/a> lehrt Achtsamkeit als kognitiv-emotionale Trennungsstrategie. <a href=\"https:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/full\/10.1093\/clipsy.bph077\">Achtsamkeit<\/a> beschreibt einen Zustand, in dem man sich den aktuellen Erfahrungen unvoreingenommen bewusst ist. In unserer Intervention reflektierten die Angestellten ihre Segmentierungsstrategien (d.h. Strategien, die Arbeit und Privatleben voneinander trennen sollen) und lernten achtsame Atem\u00fcbungen, die ihnen helfen, sich auf den gegenw\u00e4rtigen Moment zu konzentrieren und unerw\u00fcnschte arbeitsbezogene Erkenntnisse und Gef\u00fchle loszulassen. So konnten sich die Angestellten auf eine T\u00e4tigkeit in einem bestimmten Lebensbereich konzentrieren (z.B. Spielen mit Kindern zu Hause) und arbeitsbezogene Sorgen oder Bedenken vergessen. Unsere <a href=\"https:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/full\/10.1111\/joop.12072\">Studienergebnisse<\/a> zeigen, dass die Angestellten der Interventionsgruppe im Vergleich zu einer Kontrollgruppe weniger emotionale Ersch\u00f6pfung, negative Auswirkungen und belastungsbedingte Konflikte zwischen Familie und Beruf sowie mehr psychologische Distanz und Zufriedenheit mit der Work-Life-Balance hatten.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Interventionen zu positiver Arbeitsreflexion, Erholungspausen und Aufteilung von Lebensbereichen k\u00f6nnen den Angestellten helfen, Ressourcen aufzubauen und ihr Wohlbefinden zu verbessern. F\u00fcr Unternehmen und deren Angestellte sehen wir die folgenden Vorteile: Diese Interventionsaktivit\u00e4ten k\u00f6nnen in kurzen Pausen leicht in den Arbeitsalltag integriert oder abends in der Freizeit durchgef\u00fchrt werden. Sie k\u00f6nnen berufs\u00fcbergreifend eingesetzt und \u00fcber Online-Plattformen, Smartphone-Apps oder auf Papier bereitgestellt werden. Unternehmen und Mitarbeitende m\u00fcssen sich bewusst sein, dass vor allem bed\u00fcrftige Mitarbeitende (z.B. hohe Arbeitsbelastung, emotional anspruchsvolle Arbeitsaufgaben) von diesen Ma\u00dfnahmen profitieren und dass die langfristigen Auswirkungen dieser Ma\u00dfnahmen noch nicht bekannt sind. Schlie\u00dflich sind diese individuellen Ma\u00dfnahmen nicht unbedingt ein Ersatz f\u00fcr umfassendere Ma\u00dfnahmen zur betrieblichen Gesundheitsf\u00f6rderung (z.B. Arbeitsentlastung, Teambuilding-Workshops, F\u00fchrungstrainings), die darauf abzielen, die Arbeitsbedingungen ganzheitlich zu verbessern.<\/p>\n<p><strong>Praktische Empfehlungen <\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Denken Sie in Ihrer Mittagspause oder am Ende des Arbeitstages an etwas, das bei der Arbeit gut gelaufen ist. Zum Beispiel: ein nettes Gespr\u00e4ch mit einem Kollegen\/einer Kollegin, eine erfolgreiche Pr\u00e4sentation, eine Aufgabe, die Ihnen Spa\u00df gemacht hat.<\/li>\n<li>Planen Sie kurze Pausen w\u00e4hrend Ihres Arbeitstages ein &#8211; zum Loslassen und Energie aufladen. Benutzen Sie diese zum Entspannen, Meditieren oder Spazierengehen.<\/li>\n<li>Versuchen Sie, nach der Arbeit abzuschalten. Kleine achtsame Atem\u00fcbungen k\u00f6nnen Ihnen helfen, sich auf aktuelle Erfahrungen zu konzentrieren und unerw\u00fcnschte Gedanken und Emotionen loszulassen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>[\u00fcbersetzt von Dr. phil. Janina L\u00fcscher und Laila Susin]<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>By Alexandra Michel, Federal Institute for Occupational Health and Safety, Germany and Annekatrin Hoppe, Humboldt Universit\u00e4t, Germany Employees spend a major part of their waking time at work. 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