{"id":1123,"date":"2019-01-07T23:58:43","date_gmt":"2019-01-07T23:58:43","guid":{"rendered":"http:\/\/ehps.easyall.org\/php\/?p=1123"},"modified":"2025-11-04T14:33:59","modified_gmt":"2025-11-04T14:33:59","slug":"patient-talk-what-the-doctor-clearly-says-and-the-patient-clearly-does-not-understand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/2019\/01\/patient-talk-what-the-doctor-clearly-says-and-the-patient-clearly-does-not-understand\/","title":{"rendered":"Patientengespr\u00e4ch: Was der Arzt\/die \u00c4rztin offensichtlich sagt und der Pati-ent\/die Patientin offensichtlich missversteht"},"content":{"rendered":"<p><strong>Von Anne Marie Plass, University Medical Center of G\u00f6ttingen, Germany<\/strong><\/p>\n<p><em>Vor einiger Zeit hat sich eine Dermatologin und Spezialistin f\u00fcr Psoriasis (eine chronische Hautkrankheit) des Universit\u00e4tsspitals bei mir dar\u00fcber beklagt, dass viele ihrer Patienten und Patientinnen die Therapie nicht befolgen, obwohl ein gemeinsames Ziel gesetzt und eine gemeinsame Entscheidung getroffen wurde.<\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die gemeinsame Entscheidungsfindung wurde als &#8220;ein Ansatz, bei dem \u00c4rzte\/-innen und Patienten\/-innen die besten verf\u00fcgbaren Erkenntnisse teilen, wenn sie mit der Aufgabe konfrontiert werden,<a href=\"https:\/\/www.bmj.com\/content\/341\/bmj.c5146.long\"> Entscheidungen<\/a> zu treffen&#8221; definiert. In der Regel, wenn zwei oder mehr Behandlungsm\u00f6glichkeiten zur Verf\u00fcgung stehen oder mehr als eine Person beteiligt ist. Sowohl Patienten\/-innen als auch \u00c4rzte\/-innen tragen zum medizinischen <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Shared_decision-making_in_medicine\">Entscheidungsprozess<\/a> bei, und die Patienten\/-innen werden dabei unterst\u00fctzt, Optionen zur Erreichung informierter Pr\u00e4ferenzen und gew\u00fcnschter Ergebnisse zu ber\u00fccksichtigen. Die gemeinsame Entscheidungsfindung gewinnt in der <a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/17485749\">Gesundheitspolitik<\/a> zunehmend an Bedeutung, da viele professionelle Gesundheitsdienstleister\/-innen ihr Bestes tun, um so <a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/20947577\">patientenzentriert<\/a> wie m\u00f6glich, zu handeln. Vor allem, da diese Art der Kommunikation mit dem\/-r Patienten\/-in die Therapie-Adh\u00e4renz und das Vertrauen verbessern kann.<\/p>\n<p>Im Kern basieren gemeinsame Entscheidungen auf gegenseitigem Verst\u00e4ndnis und Respekt. Dabei sind Arzt\/\u00c4rztin und Patient\/-in gleichberechtigte Partner, die beide zur Entscheidung beitragen, indem sie ihr eigenes (Fach)wissen und ihre eigenen Erfahrungen in das Gespr\u00e4ch einbringen. Als solche tr\u00e4gt der Arzt\/die \u00c4rztin durch medizinisches Wissen und Erfahrung bei und der Patient\/die Patientin f\u00fcgt Wissen und Erfahrung \u00fcber sein\/ihr pers\u00f6nliches Leben hinzu. Dies ist jedoch leichter gesagt als getan. W\u00e4hrend viele Angeh\u00f6rige der Gesundheitsberufe behaupten, dass sie dies bereits tun, zeigen Daten aus <a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/20393104\">Patientenbefragungen<\/a>, dass dies im Allgemeinen eher <a href=\"https:\/\/www.bmj.com\/content\/341\/bmj.c4989.long\">nicht der Fall ist<\/a>.<\/p>\n<p><em>Die Dermatologin, mit der ich gesprochen habe, machte es sich zur Gewohnheit, nicht im Namen ihrer Patienten\/-innen zu entscheiden, sondern gemeinsam mit ihnen dar\u00fcber zu entscheiden, welche Therapie am besten zu ihnen passt. Sie verstand daher \u00fcberhaupt nicht, warum ihre Patienten\/-innen immer noch nicht motiviert waren, die Medikamente wie vorgeschrieben einzunehmen, obwohl die Therapie auf die pers\u00f6nlichen Vorlieben des Patienten\/der Patientin ausgerichtet wurde. Bei der Beschreibung der Art und Weise, wie sie den gemeinsamen Entscheidungsprozess in die t\u00e4gliche klinische Praxis umsetzte, sagte sie, dass sie ihn\/sie, sobald der Patient\/die Patientin hereinkam, dar\u00fcber informierte, dass sie w\u00e4hrend dieser Beratung gemeinsam \u00fcber die Therapie entscheiden sollten und somit gemeinsam die verschiedenen Therapiem\u00f6glichkeiten diskutieren w\u00fcrden. <\/em><\/p>\n<p>Manchmal ben\u00f6tigen Patienten\/-innen Zeit, die neuen Informationen zu studieren und ihre pers\u00f6nlichen Pr\u00e4ferenzen zu \u00fcberdenken, bevor sie sich zu neuen Entscheidungen verpflichten. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Zukunft ihres Zustands unbekannt ist und sie m\u00f6glicherweise \u00fcber Ergebniszust\u00e4nde nachdenken m\u00fcssen, die sie davor noch nie erlebt haben. Wenn Patienten\/-innen eine solche Rolle bei der Entscheidungsfindung angeboten wird, kann es sein, dass sich einige \u00fcberrascht oder beunruhigt \u00fcber das Angebot von Optionen zeigen und unsicher sind, was wohl das Beste sein k\u00f6nnte. Eine <a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pmc\/articles\/PMC3010418\/\">vorhergehende<\/a> Information der Patienten\/-innen \u00fcber verschiedene Behandlungsm\u00f6glichkeiten und die Erwartung, dass sie zuvor an der gemeinsamen Entscheidungsfindung teilnehmen, k\u00f6nnte daher die <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0738399105000546?via%3Dihub\">Wirksamkeit<\/a> der gemeinsamen Entscheidungsfindung verbessern.<\/p>\n<p><em>Um ihre Patienten\/-innen bei der Entscheidung \u00fcber die Therapie, die am besten zu ihren pers\u00f6nlichen Vorlieben passt, zu helfen, schl\u00e4gt die Dermatologin Prozents\u00e4tze, z.B. 10% oder 20% Verbesserung, als m\u00f6gliche Ziele vor. Nachdem ein Patient\/eine Patientin den Prozentsatz gew\u00e4hlt hat, der am besten zu ihm\/ihr passt, erkl\u00e4rt die Dermatologin, welche Therapie und Medikamente erforderlich sind, um dieses Ziel zu erreichen. So wird der Patienten\/die Patientin so aktiv wie m\u00f6glich, in den Entscheidungsprozess einbezogen. Trotzdem hielten sich ihre Patienten\/-innen immer noch nicht an die Therapie, obwohl sie ja selbst diese Option gew\u00e4hlt hatten. Ich fragte sie, ob sie der Meinung sei, dass ihre Patienten\/-innen die Bedeutung von 20%, 30% usw. verstehen, und ob sie sich gleicherma\u00dfen \u00e4u\u00dfern w\u00fcrden, wenn andere sie auf die gew\u00fcnschte Linderung der Symptome hinwiesen.<\/em><\/p>\n<p>Ein Teil der <a href=\"http:\/\/www.theguardian.com\/healthcare-network\/2014\/jul\/01\/impact-medical-jargon-patient-centred-care\">Schwierigkeit<\/a> liegt in der inh\u00e4renten Tendenz der (Gesundheits-)Fachkr\u00e4fte, <a href=\"http:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0020748915000619?via%3Dihub\">eine Sprache<\/a> zu verwenden, die vor allem f\u00fcr Kollegen\/-innen transparent ist. Die medizinische Sprache kann sehr kompliziert sein und es gibt Hinweise darauf, dass <a href=\"https:\/\/www.telegraph.co.uk\/news\/health\/news\/10909421\/Nearly-half-of-patients-do-not-understand-medical-language.html\">fast die H\u00e4lfte der Patienten<\/a>\/-innen Schwierigkeiten damit hat, sie <a href=\"http:\/\/www.bmj.com\/content\/320\/7233\/484?fromsource=nelm;%20www.tandfonline.com\/doi\/abs\/10.3109\/09638288.2013.793409\">zu verstehen<\/a>. Jargon und abstrakte Begriffe lassen oft eine breite Palette von Interpretationen zu, die deutlich von denen abweichen k\u00f6nnen, die der Pflegedienstleister\/die Pflegedienstleisterin im Kopf hatte. Dar\u00fcber hinaus gibt es eine grosse Anzahl Befunde, die zeigen, dass auch Beurteilungselemente erheblichen Fehlinterpretationen unterliegen k\u00f6nnen oder <a href=\"https:\/\/www.telegraph.co.uk\/news\/health\/news\/10909421\/Nearly-half-of-patients-do-not-understand-medical-language.html\">nicht das messen, was beabsichtigt ist<\/a>. In einem Fragebogen geben Personen zum Beispiel an, dass sie nicht in der Lage sind, 500 Meter zu Fu\u00df zu gehen. Wenn man ihnen aber im Gespr\u00e4ch zuh\u00f6rt, erkennt man, dass sie beispielsweise oft l\u00e4nger als eine Stunde im Einkaufszentrum unterwegs sind.<\/p>\n<p><em>Ich antwortete der Spezialistin, dass ich, wenn ich die Patientin w\u00e4re, als Endziel der Therapie in der Lage sein m\u00f6chte, jemandem die Hand sch\u00fctteln zu k\u00f6nnen oder ein kurz\u00e4rmeliges T-Shirt tragen zu k\u00f6nnen oder etwas \u00e4hnliches. Sie starrte mich an, fing an zu lachen und sagte, dass das richtig sei, aber sie selbst nie daran gedacht h\u00e4tte. Au\u00dferdem habe sie nicht erkannt, dass es effektiver sein k\u00f6nnte, den Patienten\/die Patientin vorher \u00fcber den Entscheidungsprozess zu informieren.<\/em><\/p>\n<p>Es ist daher von entscheidender Bedeutung, dass Mitarbeitende des Gesundheitswesens auf die von ihnen behandelten Patienten\/-innen und deren Verst\u00e4ndnis achten. Dies gilt nicht nur f\u00fcr Menschen mit eingeschr\u00e4nkter (Gesundheits-)Bildung. Es w\u00fcrden alle Patienten\/-innen von klaren und pr\u00e4gnanten Informationen und dem Wegfall von Fachjargon profitieren. Dar\u00fcber hinaus ist es f\u00fcr \u00c4rzte\/-innen von gr\u00f6\u00dfter Bedeutung, in der Sprache zu kommunizieren, die sich Patienten\/-innen gew\u00f6hnt sind und sich in den Worten auszudr\u00fccken, die auch Patienten\/-innen selbst verwenden w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Praktische Implikationen:<\/p>\n<ul>\n<li>Eine zunehmende Beteiligung der Patienten\/-innen an Entscheidungsprozessen kann die Einhaltung von Therapieschemata und Behandlungsergebnissen verbessern.<\/li>\n<li>Versuchen Sie immer, sich in den Worten auszudr\u00fccken, die Patienten\/-innen verwenden w\u00fcrden (d.h. vermeiden Sie medizinischen Fachjargon).<\/li>\n<li>Denken Sie daran, dass erhebliche Missverst\u00e4ndnisse auftreten k\u00f6nnen, obwohl das, was Sie sagen, f\u00fcr Sie v\u00f6llig klar und verst\u00e4ndlich ist.<\/li>\n<li>Bieten Sie Patienten\/-innen Zeit und n\u00fctzliche, leicht verst\u00e4ndliche Informationen; stellen Sie sicher, dass Sie f\u00fcr wichtige Konsultationen gut vorbereitet sind.<\/li>\n<li>Lassen Sie die Patienten\/-innen im Voraus wissen, was von ihnen erwartet wird, wenn sie gemeinsame Entscheidungen treffen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Translated by Dr. Janina L\u00fcscher &amp; Dr. Corina Berli<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>By Anne Marie Plass, University Medical Center of G\u00f6ttingen, Germany Sometime ago a dermatologist who works as a psoriasis (a chronic skin disorder) -specialist in a university hospital, complained to me about many patients who do not adhere to the [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1190,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"_uf_show_specific_survey":0,"_uf_disable_surveys":false,"footnotes":""},"categories":[28],"tags":[],"class_list":["post-1123","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-communication"],"translation":{"provider":"WPGlobus","version":"3.0.2","language":"de","enabled_languages":["en","id","my","bg","zh","hr","cz","da","de","es","fr","gr","he","it","ja","kr","lv","lt","hu","nl","no","pl","pt","ro","ru","sk","fi","sv","tr","uk"],"languages":{"en":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"id":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"my":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"bg":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"zh":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"hr":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"cz":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"da":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"de":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"es":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"fr":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"gr":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"he":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"it":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"ja":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"kr":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"lv":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"lt":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"hu":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"nl":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"no":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"pl":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"pt":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"ro":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"ru":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"sk":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"fi":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"sv":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"tr":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"uk":{"title":true,"content":true,"excerpt":false}}},"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1123","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1123"}],"version-history":[{"count":30,"href":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1123\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4620,"href":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1123\/revisions\/4620"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1190"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1123"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1123"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1123"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}