{"id":5016,"date":"2026-06-21T23:58:33","date_gmt":"2026-06-21T23:58:33","guid":{"rendered":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/?post_type=module&#038;p=5016"},"modified":"2026-09-11T09:06:28","modified_gmt":"2026-09-11T09:06:28","slug":"module-2","status":"publish","type":"module","link":"https:\/\/practicalhealthpsychology.com\/de\/module\/module-2\/","title":{"rendered":"Fr\u00fch handeln, bessere Ergebnisse erzielen: Die Bedeutung einer fr\u00fchzeitigen COVID-19-Intervention bei Hochrisikopatient:innen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Von \u0130rem Berna G\u00fcven\u00e7 Erdo\u011fan, Middle East Technical University, T\u00fcrkei; Iga Palacz-Poborczyk, SWPS University, Polen; Olga Perski, Stockholm University, Schweden; Sheson Tiwari, Psyfolks Education, Indien; Belgin \u00dcnal, University of Michigan, USA<\/strong><\/p>\n<p><b>Krankheitsverlauf von COVID-19 und die Bedeutung einer fr\u00fchzeitigen Behandlung<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die meisten Menschen erholen sich von COVID<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">\u2011<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">19 ohne intensive medizinische Behandlung.<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"> Unterst\u00fctzende Ma\u00dfnahmen und symptomatische Therapien reichen meist aus. Ein Teil der Bev\u00f6lkerung \u2013 insbesondere \u00e4ltere Menschen, ungeimpfte Personen und Menschen mit chronischen Vorerkrankungen \u2013 weist jedoch ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr schwere Verl\u00e4ufe auf. <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Deshalb betont die <\/span><a href=\"https:\/\/www.who.int\/publications\/i\/item\/B09467\"><span style=\"font-weight: 400;\">Weltgesundheitsorganisation<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> (WHO), die Bedeutung einer fr\u00fchzeitigen Behandlung dieser Hochrisikogruppen, um Krankenhausaufenthalte, intensivmedizinische Behandlung oder Ableben zu verhindern.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">F\u00fcr bestimmte Patientinnen und Patienten wird eine antivirale Behandlung empfohlen, um das Risiko einer lebensbedrohlichen Erkrankung deutlich zu senken. Am wirksamsten ist diese innerhalb der ersten f\u00fcnf Tage nach Symptombeginn. Verz\u00f6gerungen bei Testung, Diagnose oder Therapiebeginn k\u00f6nnen die Wirksamkeit der verf\u00fcgbaren Behandlungen erheblich mindern. Daher ist ein schneller Zugang zur Versorgung \u2013 besonders im ambulanten Bereich \u2013 entscheidend, um den Nutzen zu maximieren und die Behandlungsergebnisse zu verbessern.<\/span><\/p>\n<p><b>Kontextspezifische Evidenz: Warum eine fr\u00fchzeitige Behandlung Hospitalisierungen und Sterblichkeit reduziert<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Fr\u00fche Behandlung senkt das Risiko f\u00fcr Krankenhausaufenthalt und Sterblichkeit deutlich \u2013 besonders bei Patientinnen und Patienten mit hohem Risiko f\u00fcr schwere Verl\u00e4ufe. Um die klinische Dringlichkeit einzuordnen, sollte die Evidenz im jeweiligen Versorgungs- und Bev\u00f6lkerungs\u00adkontext betrachtet werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">In einer <\/span><a href=\"https:\/\/www.nejm.org\/doi\/full\/10.1056\/NEJMoa2118542\"><span style=\"font-weight: 400;\">gro\u00dfen randomisierten klinischen Studie<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> in mehreren L\u00e4ndern (darunter die USA, Brasilien, S\u00fcdafrika, Indien und Mexiko) zeigte sich, dass nicht hospitalisierte, ungeimpfte Erwachsene mit hohem Risiko, die innerhalb der ersten drei Tage nach Symptombeginn eine antivirale Therapie erhielten, im Vergleich zur Placebogruppe ein um nahezu 89<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">\u202f<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">% geringeres Risiko f\u00fcr Hospitalisierung oder Tod hatten.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nejm.org\/doi\/full\/10.1056\/NEJMoa2107934\"><span style=\"font-weight: 400;\">\u00c4hnlich<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> zeigte eine fr\u00fchzeitige Behandlung mit Sotrovimab \u2013 einem neutralisierenden monoklonalen Antik\u00f6rper \u2013 eine Reduktion des Risikos f\u00fcr Krankheitsprogression um 85<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">\u202f<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">% (f\u00fcr fr\u00fche Virusvarianten; die Wirksamkeit variierte bei sp\u00e4teren Varianten).<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"> Das unterstreicht die Bedeutung fr\u00fcher Intervention bei Hochrisikogruppen \u2013 darunter \u00e4ltere Menschen sowie Personen mit Vorerkrankungen wie Adipositas oder Diabetes. <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Bemerkenswert ist zudem, dass \u00fcber 60<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">\u202f<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">% der Studienteilnehmenden aus lateinamerikanischen Bev\u00f6lkerungsgruppen stammten, die besonders stark von der Pandemie betroffen waren.<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"> Dies weist darauf hin, dass eine fr\u00fchzeitige Behandlung auch in unterschiedlichen soziodemografischen Kontexten wirksam ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ebenso kam ein <\/span><a href=\"https:\/\/pmc.ncbi.nlm.nih.gov\/articles\/PMC11060058\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">systematischer Review von 18 Studien<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> in verschiedenen Versorgungskontexten aus mehreren L\u00e4ndern zu dem Ergebnis, dass eine fr\u00fchzeitige Behandlung Hospitalisierung und Sterblichkeit signifikant reduziert \u2013 mit dem gr\u00f6\u00dften Nutzen, wenn die Therapie innerhalb von f\u00fcnf Tagen nach Symptombeginn erfolgt.<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Eine <\/span><a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41467-023-43706-0\"><span style=\"font-weight: 400;\">gro\u00dfe Studie aus Hongkong<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> mit \u00fcber 87.000 Patientinnen und Patienten zeigte zudem, dass ein Therapiebeginn innerhalb der ersten ein bis zwei Tage die Raten von Hospitalisierung und Sterblichkeit deutlich st\u00e4rker senkt als ein sp\u00e4terer Beginn.<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"> Dieses Muster erwies sich \u00fcber verschiedene demografische und klinische Untergruppen hinweg (unter anderem Alter, Geschlecht und Impfstatus) als weitgehend konsistent. Insgesamt st\u00fctzen diese Daten eine einfache, aber entscheidende Schlussfolgerung: Eine fr\u00fchzeitige Behandlung ist wirksam \u2013 und zeitliche Verz\u00f6gerungen mindern ihren Nutzen.<\/span><\/p>\n<p><b>\u00dcberblick \u00fcber empfohlene Therapien in \u00dcbereinstimmung mit lokalen klinischen Leitlinien<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Wenn der Zeitpunkt so entscheidend ist: Welche Behandlungen sind verf\u00fcgbar \u2013 und wer sollte sie erhalten?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Bei nicht hospitalisierten Erwachsenen mit mildem bis moderatem COVID-19 ist eine antivirale Therapie am wirksamsten. <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Derzeit werden vor allem <\/span><a href=\"https:\/\/www.annualreviews.org\/content\/journals\/10.1146\/annurev-med-052422-020316\"><span style=\"font-weight: 400;\">Nirmatrelvir\/Ritonavir (Paxlovid\u00ae) sowie \u2013 abh\u00e4ngig von der klinischen Situation \u2013 Remdesivir (Veklury\u00ae) oder Molnupiravir (Lagevrio\u00ae)<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> eingesetzt.<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"> Welche Option geeignet ist, h\u00e4ngt vom individuellen Risikoprofil, von Begleitmedikationen (insbesondere m\u00f6glichen Wechselwirkungen), dem Applikationsweg sowie der lokalen Verf\u00fcgbarkeit ab.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Remdesivir wird \u00fcber drei Tage als intraven\u00f6se Infusion gegeben und ist die bevorzugte Option, wenn eine orale Therapie nicht geeignet ist. <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">In einer <\/span><a href=\"https:\/\/www.nejm.org\/doi\/full\/10.1056\/NEJMoa2116846\"><span style=\"font-weight: 400;\">randomisierten kontrollierten Studie<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> senkte ein dreit\u00e4giger ambulanter Remdesivir<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">\u2011<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Zyklus Hospitalisierung und Tod im Vergleich zu Placebo signifikant.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.annualreviews.org\/content\/journals\/10.1146\/annurev-med-052422-020316\"><span style=\"font-weight: 400;\">Remdesivir wird zudem f\u00fcr hospitalisierte COVID-19-Patientinnen und -Patienten empfohlen<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> (bei Sauerstoffbedarf gegebenenfalls in Kombination mit Immunmodulatoren) sowie als Zweitlinienoption f\u00fcr Hochrisiko-Patientinnen und -Patienten im ambulanten Setting, wenn Nirmatrelvir\/Ritonavir nicht infrage kommt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Nirmatrelvir\/Ritonavir wird in der Regel f\u00fcnf Tage lang oral eingenommen und senkt <\/span><a href=\"https:\/\/www.nejm.org\/doi\/full\/10.1056\/NEJMoa2118542\"><span style=\"font-weight: 400;\">nachweislich<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> das Risiko f\u00fcr Hospitalisierung und Tod bei ungeimpften Personen mit hohem Risiko.<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Die <\/span><a href=\"https:\/\/www.who.int\/publications\/i\/item\/B09540\"><span style=\"font-weight: 400;\">WHO empfiehlt<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> Nirmatrelvir\/Ritonavir als Erstlinienbehandlung f\u00fcr nicht hospitalisierte Hochrisiko<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">\u2011<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Patient:innen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Molnupiravir wird ebenfalls oral eingenommen und gilt als <\/span><a href=\"https:\/\/www.who.int\/publications\/i\/item\/B09540\"><span style=\"font-weight: 400;\">Drittlinien<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">\u2011<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Option<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> \u2013 empfohlen f\u00fcr Patientinnen und Patienten, die keinen Zugang zu den oben genannten Therapien haben oder sie nicht vertragen. <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">In einer <\/span><a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/34914868\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">randomisierten kontrollierten Studie<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> zeigte sich bei ungeimpften Erwachsenen eine signifikante Reduktion von Hospitalisierung und Tod.<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">In geimpften Populationen war die Evidenz <\/span><a href=\"https:\/\/www.thelancet.com\/journals\/lancet\/article\/PIIS0140-6736(22)02597-1\/fulltext\"><span style=\"font-weight: 400;\">weniger konsistent<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">, was auf eine eher moderatere Wirksamkeit hindeutet.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Verf\u00fcgbarkeit der Therapien kann je nach Gesundheitssystem und Ressourcenlage variieren. F\u00fcr alle drei Wirkstoffe gilt: Der Zeitpunkt des Behandlungsbeginns ist entscheidend \u2013 sie wirken umso besser, je fr\u00fcher sie im Krankheitsverlauf eingesetzt werden. <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Zeitliche Verz\u00f6gerungen bei Testung, Diagnose oder Therapieentscheidung mindern unmittelbar die Chance auf einen Behandlungserfolg.<\/span><\/p>\n<p><b>Kommunikationsstrategien, um Behandlungsvorbehalte zu \u00fcberwinden<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Warum bestehen weiterhin Behandlungsvorbehalte, selbst wenn die klinische Indikation und der Nutzen einer Behandlung klar sind? Mehrere Faktoren tragen zu Entscheidungsverz\u00f6gerungen bei. <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Ein h\u00e4ufiges Hindernis ist die \u201eerstmal abwarten\u201c-Haltung (\u201e<\/span><a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1186\/s12913-026-14392-7\"><span style=\"font-weight: 400;\">watch and wait<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">\u201c): Betroffene untersch\u00e4tzen die Schwere von COVID-19 und schieben die Behandlung hinaus.<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Auch Sorgen vor Nebenwirkungen und m\u00f6glichen Wechselwirkungen sind verbreitet \u2013 besonders bei Menschen, die bereits mehrere Medikamente einnehmen m\u00fcssen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Begrenzte Bekanntheit und Schwierigkeiten beim Zugang zu klaren Informationen k\u00f6nnen ein rechtzeitiges Handeln zus\u00e4tzlich verz\u00f6gern: Studien deuten darauf hin, dass vor der Diagnose nur etwa <\/span><a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1186\/s12889-024-19687-0\"><span style=\"font-weight: 400;\">54<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">\u202f<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">% der Erwachsenen von antiviralen Behandlungsm\u00f6glichkeiten gegen COVID-19 geh\u00f6rt hatten<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">.<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">In der Summe f\u00fchren diese Faktoren zu Unsicherheit \u2013 und dazu, dass Menschen eine Therapieentscheidung hinausz\u00f6gern oder aufschieben.<\/span><\/p>\n<p><b>Wie kann die klinische Praxis verbessert werden?<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Erstens: Betonen Sie als Gesundheitsfachkraft, dass COVID<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">\u2011<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">19<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">\u2011<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Behandlungen <\/span><b>zeitkritische pr\u00e4ventive Interventionen<\/b><span style=\"font-weight: 400;\"> sind \u2013 nicht nur \u201eMittel gegen Symptome\u201c.<\/span> <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1186\/s12913-026-14392-7\"><span style=\"font-weight: 400;\">Stellen Sie antivirale Therapien klar als Strategie zur Vermeidung schwerer Verl\u00e4ufe dar<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">, damit Patientinnen und Patienten verstehen: Ein fr\u00fcher Behandlungsbeginn senkt das Risiko f\u00fcr schwere Erkrankungen und Krankenhausaufenthalte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Zweitens: Eine <\/span><b>klare Empfehlung durch eine vertraute Gesundheitsfachkraft<\/b><span style=\"font-weight: 400;\"> ist entscheidend.<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"> Patient:innen akzeptieren eine Behandlung deutlich eher, wenn sie ausdr\u00fccklich von einer ihnen bekannten \u00c4rztin oder einem bekannten Arzt oder Praxisteam empfohlen wird \u2013 zusammen mit einer Einordnung zu Sicherheit und Vereinbarkeit mit der bestehenden Medikation. <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Studien zeigen: Die Bereitschaft, antivirale Medikamente einzunehmen, <\/span><a href=\"https:\/\/journals.plos.org\/plosone\/article?id=10.1371\/journal.pone.0335182\"><span style=\"font-weight: 400;\">steigt um mehr als 20<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">\u202f<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">%, wenn sie von ihrer \u00c4rztin bzw. ihrem Arzt empfohlen werden \u2013 bei Erwachsenen ab 65 Jahren liegt die Akzeptanz sogar bei bis zu 93<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">\u202f<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">%<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Drittens: <\/span><b>Proaktive Ansprache<\/b><span style=\"font-weight: 400;\"> und <\/span><b>standardisierte Aufkl\u00e4rung<\/b><span style=\"font-weight: 400;\"> sind zentral.<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"> Nur selten fragen Patientinnen und Patienten selbst nach einer Behandlung. <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Studien zeigen, dass <\/span><a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1186\/s12889-024-19687-0\"><span style=\"font-weight: 400;\">weniger als 20<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">\u202f<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">% der geeigneten Personen zugleich ausreichend informiert sind und aus Eigenmotivation heraus nach einer Therapie fragen<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">.<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Versorgungsteams sollten deshalb <\/span><a href=\"https:\/\/journals.sagepub.com\/doi\/10.1177\/23743735221105673\"><span style=\"font-weight: 400;\">geeignete Patientinnen und Patienten zeitnah nach Diagnosestellung kontaktieren<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> und sie kurz und strukturiert \u00fcber Nutzen, Risiken und n\u00e4chste Schritte einer Therapie informieren.<\/span><\/p>\n<p><b>Kernaussagen<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Eine fr\u00fche COVID<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">\u2011<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">19<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">\u2011<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Behandlung innerhalb der ersten f\u00fcnf Tage nach Symptombeginn ist f\u00fcr Hochrisiko<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">\u2011<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Personen entscheidend: Sie kann das Risiko f\u00fcr Krankenhausaufenthalt und Tod deutlich senken, gest\u00fctzt durch klare Evidenz aus experimentellen und Versorgungsstudien.<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"> Antivirale Therapien wie Nirmatrelvir\/Ritonavir, Remdesivir und Molnupiravir bringen den gr\u00f6\u00dften Nutzen bei fr\u00fchem Einsatz; die Wahl h\u00e4ngt von Patient:innenmerkmalen, Begleitmedikation, Applikationsweg und Verf\u00fcgbarkeit ab. Trotz klarer Vorteile bleiben Verz\u00f6gerungen durch geringe Bekanntheit und z\u00f6gerliche Inanspruchnahme bestehen. Zeitnahe Empfehlungen durch Behandelnde, eine proaktive Ansprache und das Framing der antiviralen Medikation als Pr\u00e4vention sind Schl\u00fcssel, um die Inanspruchnahme und Outcomes zu verbessern.<\/span><\/p>\n<p><b>Empfehlungen f\u00fcr die Praxis<\/b><\/p>\n<ul>\n<li aria-level=\"1\"><b>Fr\u00fche Intervention priorisieren<\/b><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Antivirale Medikamente wirken am besten innerhalb der ersten f\u00fcnf Tage nach Symptombeginn. Warten Sie nicht ab, bis sich der Gesundheitszustand verschlechtert. <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Sorgen Sie daf\u00fcr, dass Hochrisiko<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">\u2011<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Patient:innen Tests zu Hause verf\u00fcgbar haben und wissen, dass sie sich am Tag 1 eines positiven Ergebnisses melden sollen, damit die Therapie sofort starten kann.<\/span><\/p>\n<ul>\n<li aria-level=\"1\"><b>Auf besonders gef\u00e4hrdete Personen fokussieren.<\/b><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Konzentrieren Sie sich auf Erwachsene mit Diabetes, Herzerkrankungen, chronischer Nierenerkrankung oder einem BMI \u00fcber 30. Diese Menschen f\u00fchlen sich anfangs oft \u201eganz okay\u201c, haben aber das h\u00f6chste Risiko f\u00fcr eine pl\u00f6tzliche Verschlechterung. Eine fr\u00fche Behandlung ist ihre beste \u201eVersicherung\u201c gegen eine Krankenhauseinweisung.<\/span><\/p>\n<ul>\n<li aria-level=\"1\"><b>Fr\u00fch erkennen und screenen<\/b><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Screenen Sie proaktiv Ihre Patient:innenlisten, um Personen mit besonders hohem Risiko zu identifizieren, und etablieren Sie ein klares Schnellverfahren f\u00fcr eine fr\u00fche Diagnostik, sobald Symptome auftreten. Die fr\u00fchzeitige Identifikation von COVID-Hochrisikopatient:innen ist die Grundlage, um klinische Verschlechterungen zu verhindern.<\/span><\/p>\n<ul>\n<li aria-level=\"1\"><b>Als Pr\u00e4vention bezeichnen<\/b><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Wenn sich jemand heute noch gut f\u00fchlt, wirken Medikamente oft unn\u00f6tig. Erkl\u00e4ren Sie: \u201eDas Ziel ist nicht nur einen Husten zu behandeln \u2013 sondern einen Krankenhausaufenthalt n\u00e4chste Woche zu verhindern\u201c. F\u00fcr viele kann auch das Ziel, \u201ezu Hause im eigenen Bett zu bleiben\u201c eine besondere Motivation sein.<\/span><\/p>\n<ul>\n<li aria-level=\"1\"><b>Verz\u00f6gerungen bei der Verschreibung minimieren<\/b><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Pr\u00fcfen Sie Begleitmedikation, Kontraindikationen und Therapie-Eignung so fr\u00fch wie m\u00f6glich. <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Einfache Verordnungswege und eine schnelle Medikationsabkl\u00e4rung k\u00f6nnen Hochrisiko<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">\u2011<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Patient:innen helfen, innerhalb des kritischen Zeitfensters mit der antiviralen Therapie zu beginnen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u00dcbersetzung von: Lisa Marie Warner &amp; Julia Gro\u00dfe<\/span><\/p>\n","protected":false},"featured_media":5169,"template":"","meta":{"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","_uf_show_specific_survey":0,"_uf_disable_surveys":false},"class_list":["post-5016","module","type-module","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"translation":{"provider":"WPGlobus","version":"3.0.5","language":"de","enabled_languages":["en","id","my","bg","zh","hr","cz","da","de","es","fr","gr","he","it","ja","kr","lv","lt","hu","nl","no","pl","pt","ro","ru","sk","sr","fi","et","sv","tr","uk","hi","sw","ta"],"languages":{"en":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"id":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"my":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"bg":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"zh":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"hr":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"cz":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"da":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"de":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"es":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"fr":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"gr":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"he":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"it":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"ja":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"kr":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"lv":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"lt":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"hu":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"nl":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"no":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"pl":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"pt":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"ro":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"ru":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"sk":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"sr":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"fi":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"et":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"sv":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"tr":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"uk":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"hi":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"sw":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"ta":{"title":true,"content":true,"excerpt":false}}},"aioseo_notices":[],"aioseo_head":"\n\t\t<!-- All in One SEO 5.0.1.1 - aioseo.com -->\n\t<meta name=\"description\" content=\"{:en}By \u0130rem Berna G\u00fcven\u00e7 Erdo\u011fan, Middle East Technical University, Turkey; Iga Palacz-Poborczyk, SWPS University, Poland; Olga Perski, Stockholm University, Sweden; Sheson Tiwari, Psyfolks Education, India; Belgin \u00dcnal, University of Michigan, USA COVID-19 progression and importance of early treatment provision Most people recover from COVID-19 without needing intensive medical treatment. 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